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Foto: ABDA
Im Aktionszeitraum werden die Impfstoffe in österreichischen Apotheken preisreduziert abgegeben.
 
Hepatologie 7. April 2010

Hepatitis weitet sich aus

Die österreichweite Hepatitis-Impfaktion läuft noch bis Ende Mai.

Wurden 2001 noch offiziell beim Bundesministerium für Gesundheit 133 Hepatitis-A- und 210 Hepatitis-B-Fälle gemeldet, waren es 2008 bereits 142 Hepatitis-A- und 783 Hepatitis-B-Fälle. Die geschätzten Dunkelziffern liegen jedoch weit höher.

Da nur die Impfung einen sicheren Schutz vor Hepatitis A und B bietet, starten die Österreichische Apothekerkammer, die Österreichische Ärztekammer und das Österreichische Impf-Komitee eine österreichweite Hepatitis-Impfaktion. Diese findet noch bis 31. Mai in allen Apotheken in Österreich statt. Im Aktionszeitraum werden die Impfstoffe deutlich preisreduziert abgegeben. Mit rund 52 Prozent ist die Durchimpfungsrate gegen Hepatitis gering. Mit Impfaktionen soll daher bei der Bevölkerung mehr Bewusstsein für Krankheiten, die Hepatitis A und B auslösen können, geweckt werden. Die Präsidentin der Österreichischen Apothekerkammer Dr. Christiane Körner mahnt, „dass es auf die Hepatitis-Gefahr nur eine Antwort gibt: Nur impfen schützt!“

WHO-Ausrottungsplan

Prof. Dr. Herwig Kollaritsch, Leiter der Unit Epidemiologie und Reisemedizin am Institut für Spezifische Prophylaxe und Tropenmedizin, MedUni Wien, hält die Einführung nationaler Impfprogramme gegen Hepatitis A für sehr wünschenswert: „Wenngleich Hepatitis A in Europa noch nicht als große Gefahr für die öffentliche Gesundheit gesehen wird, kommt es jedes Jahr zu Ausbrüchen von Hepatitis A, die eine beträchtliche Anzahl von Personen betreffen.“ Heuer wurde erstmals auch die Empfehlung einer Impfung gegen Hepatitis A für Kleinkinder in den Österreichischen Impfplan aufgenommen: Der Österreichische Impfplan 2010 empfiehlt eine Grundimmunisierung gegen Hepatitis A im zweiten Lebensjahr.

Die WHO hat Hepatitis B mit einer generellen Impfempfehlung auf die Liste der auszurottenden Infektionskrankheiten gesetzt. Daher haben viele Staaten mit einer generellen Durchimpfung im Säuglingsalter begonnen.

Da die Ansteckung über alle Körpersekrete, vor allem durch Blut, insbesondere auch bei ungeschütztem Geschlechtsverkehr erfolgen kann, stellen auch Jugendliche und Erwachsene eine wichtige Zielgruppe für eine generelle Impfung dar. Hepatitis B ist hundertmal ansteckender als AIDS; Jugendliche und Erwachsene sind auf Grund ihres Lebensstils besonders gefährdet, sich anzustecken: „Es ist daher Ziel und Anliegen der Ärzteschaft, diese Zielgruppe durch eine generelle Impfempfehlung zu erfassen und damit am weltweiten WHO-Ausrottungsprogramm teilzunehmen“, so Dr. Wilhelm Sedlak, Facharzt für Kinder- und Jugendheilkunde sowie Impfreferent der Österreichischen Ärztekammer.

 

Quelle: Österreichische Apothekerkammer

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