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Hämatologie 25. September 2014

Perioperatives Anämiemanagement – Systematischer Review und Meta-Analyse

Anämie ist ein Risikofaktor für erhöhte postoperative Morbidität und Mortalität. Internationale Leitlinien empfehlen daher präoperative Diagnostik und kausale Therapie von Anämien. Bei tumorassoziierter Anämie besteht jedoch der Verdacht, dass Eisentherapie zu einer rascheren Progression des Krankheitsverlaufs führen könnte. Ziel unserer systematischen Übersichtsarbeit war die Wirksamkeit und Sicherheit von Interventionen zur Abklärung und kausalen Therapie von perioperativen Anämien zu untersuchen und den Einfluss von Eisenpräparaten auf den Verlauf von Tumorerkrankungen zu erheben.
Wir führten systematische Literatursuchen in mehreren elektronischen Datenbanken durch. Abstracts und Volltexte wurden von zwei Personen unabhängig voneinander beurteilt. Die Einschätzung des Bias-Risikos erfolgte nach Vorgaben der Cochrane Collaboration, die Beurteilung der Qualität der Evidenz nach GRADE (Grading Recommendations Assessment, Development and Evaluation). Meta-Analysen wurden mit zufälligen Effekten nach DerSimonian & Laird berechnet. Ergebnisse zeigten, dass eine präoperative Anämietherapie zur Reduktion von Bluttransfusionen führen kann (relatives Risiko: 0,78, 95 % KI 0,61–1,02; number needed to treat: 6). Für andere patientenrelevante Endpunkte zeigten Ergebnisse aufgrund der geringen Fallzahlen keine klaren Unterschiede. Wir konnten keine Evidenz finden, dass orale Eisengabe den Verlauf von Tumorerkrankungen beeinflusst.

Dr. Anna Glechner, Prof. Dr. Gerald Gartlehner, Barbara Nußbaumer, Prof. Dr. Sibylle Kozek-Langenecker, Wiener Medizinische Wochenschrift 15/16/2014

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