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Hämatologie 27. Juli 2012

Stammzellen-Spender sollten aus möglichst vielen Regionen stammen

Alpen als Barriere für genetischen Austausch unserer Vorfahren.

Eine genetische Studie von Genfer Forschern stützt die derzeitige Strategie, Zentren für die Stammzellen-Spende geografisch möglichst breit zu streuen. Sie zeigt weiter auf, dass die Alpen eine Barriere für den genetischen Austausch unserer Vorfahren dargestellt haben.

Der Haupt-Gewebeverträglichkeitskomplex HLA ist eine Gengruppe beim Menschen, dank der der Körper zwischen eigenem und fremdem Gewebe unterscheiden kann. Dies dient der Abwehr von Krankheitskeimen, führt aber auch zu Abstoßungsreaktionen gegen transplantierte Fremdorgane oder -zellen.

Mit einer Transplantation von Stammzellen, die aus dem Rückenmark oder häufiger aus dem Blutstrom gewonnen werden, lassen sich heute Blutkrebs und andere Blutkrankheiten behandeln. In der Schweiz haben schätzungsweise 40.000 Freiwillige Stammzellen gespendet, weltweit über 19 Millionen.

"Diese Zahl wirkt enorm groß", sagt Stephane Buhler vom Departement für Genetik und Evolution der Universität Genf. "Aber angesichts der außerordentlichen Variabilität des HLA-Komplexes ist es extrem schwer, einen passenden Spender außerhalb der eigenen Familie zu finden."

Spender in verschiedenen Zentren weisen eine größere genetische Vielfalt im HLA-Komplex auf als jene im gleichen Zentrum. "Dank der Strategie, Spender regional zu rekrutieren, steht eine größere Bandbreite von genetischen Profilen zur Verfügung", sagt der Forscher. "Dies vergrößert die Chancen, für einen Leukämie-Patienten einen passenden Spender zu finden."

Das HLA-System ist außerdem auch für genetische Anthropologen nützlich, denn seine Variabilität kann Informationen über die Besiedlung einer Region oder eines Kontinents liefern. Die Forscher fanden starke Hinweise darauf, dass die Alpen eine Hürde für den genetischen Austausch darstellen, wie Buhler erklärt.

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