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Hämatologie 1. Juni 2010

Gerinnungsfaktor VIII Spiegel beeinflussen die Langzeitüberlebenswahrscheinlichkeit unter Berücksichtigung von geschlechtsspezifischen Interaktionen

HINTERGRUND: In der Literatur ist eine gesteigerte Faktor VIII Aktivität mit einem erhöhten Risiko für arterielle und venöse Thrombosen assoziiert. Die vorliegende Studie untersucht den Einfluss von Faktor VIII Spiegeln auf die Gesamtmortalität unter Berücksichtigung geschlechtsspezifischer Unterschiede in einer groß angelegten Studie in Österreich.

PATIENTEN UND METHODE: In dieser Studie wurden zwischen 1991 und 2003, 11203 Patienten eingeschlossen. Der durchschnittliche Beobachtungszeitraum betrug 5 Jahre mit insgesamt 46000 Personenjahren. Insgesamt sind während des Beobachtungszeitraumes 17,1 % der Studienpopulation verstorben.

ERGEBNISSE: Im Vergleich zu Patienten in der Referenzkategorie (FVIII: C <94 %) stiegen die Hazard Ratios von 1,4 (95 % CI: 1,1 – 1,8) in der 152 – 170 % Kategorie (5th Dezile) auf letztlich 4,4 (95 % CI: 3,5 – 5,5) in der >313 % Kategorie (höchste Dezile, alle p < 0,05). Die Assoziation zwischen FVIII: C Spiegeln und Mortalität bleibt unverändert hinsichtlich nicht Krebs-assoziierte Mortalität, vaskuläre Mortalität und ischämischer Herzerkrankungen. Im Vergleich zu Männern, haben Frauen mit erhöhten FVIII: C Spiegeln ein schlechteres Outcome, resultierend in höheren Hazard Ratios 6,8 (95 % CI: 4,6 – 9,9) im Vergleich zu Männern (HR: 3,4 (95 % CI: 2,6 – 4,5)).

SCHLUSSFOLGERUNGEN: In unserer groß angelegten Studie konnten wir erstmals zeigen, dass FVIII: C Plasma Aktivität mit einer erhöhten Gesamtmortalität assoziiert ist. Außerdem scheint es auch eine geschlechtsspezifische Interaktion von FVIII: C zu geben. Vor allem bei Frauen mit erhöhten FVIII: C Spiegeln dürfte es daher hilfreich sein Hochrisikogruppen zu identifizieren, die von individuellen Präventionsstrategien profitieren würden.

Florian M. Kovar, Claudia L. Marsik, Christian Joukhadar, Thomas Perkmann, Helmuth Haslacher, Thomas Schickbauer, Paul A. Kyrle, Oswald F. Wagner, Georg Endler, Wiener klinische Wochenschrift 11/12/2010

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