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Hämatologie 1. April 2010

Autoimmunhämolytische Anämie, ein paraneoplastisches Phänomen bei soliden Tumoren: Eine kritische Analyse von 52 publizierten Fällen

Die autoimmunhämolytische Anämie ist ein wohlbekanntes paraneoplastisches Phänomen bei lymphoproliferativen Erkrankungen. Es gibt aber auch eine Reihe von Fallberichten einer Assoziation einer autoimmunhämolytischen Anämie mit soliden Tumoren. Wir haben 52 publizierte Fälle einer solchen Assoziation analysiert. Eine autoimmunhämolytische Anämie kann vor klinischer Diagnose, gleichzeitig mit der klinischen Diagnose des Tumors oder nach Beendigung der Tumorbehandlung, entweder als Zeichen eines Rezidivs oder auch in kompletter Remission, auftreten. 70 % der Patienten hatten Wärme-Antikörper, 30 % Kälte-Antikörper. Einige Patienten hatten zusätzliche Antikörper wie gegen Plättchen (Evans Syndrom), Phospholipide (Lupus Antikoagulans) oder C1-Esterase Inhibitor. Eine autoimmunhämolytische Anämie trat bei nahezu allen Typen von Karzinomen auf, war aber relativ am häufigsten bei Nierenzellkarzinom und Kaposi Sarkom. Bei mehreren Karzinomen im Frühstadium, besonders bei Nierenzellkarzinomen, führte eine kurative Resektion des Tumors innerhalb von Wochen zu einer kompletten, potenziell anhaltenden Remission der autoimmunhämolytischen Anämie. Die Resektion des Tumors hatte auch günstige Effekte auf die autoimmunhämolytische Anämie bei metastasierenden Tumoren. Patienten, die auf eine Resektion des Tumors ansprachen, waren oft refraktär gegenüber Steroidbehandlung vor der Operation. Ein Ansprechen auf Steroide wurde hingegen öfters bei Patienten mit metastasierendem Tumor beobachtet. Eine Untersuchung von Patienten mit Autoimmunerkrankungen bei Tumoren könnte wichtige Einblicke in die Biologie von Tumoren geben.

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