zur Navigation zum Inhalt
 
Hämatologie 3. April 2010

Venöse Thromboembolien bei Krebspatienten

Prädiktive Parameter

Patienten mit Krebserkrankungen haben ein erhöhtes Risiko für Venenthrombosen und Pulmonalembolien. Es kann davon ausgegangen werden, dass bei einem Drittel der Patienten mit Venenthrombosen in höherem Alter auch eine Tumorerkrankung zu Grunde liegt.

Geringere Lebenserwartung

Auf Basis epidemiologischer Studien kann angenommen werden, dass Patienten mit einer Krebserkrankung und einer tumorassoziierten venösen Thromboembolie auch eine kürzere Lebenserwartung haben, was einerseits durch die Thromboembolie selbst, andererseits durch eine erhöhte Aggressivität des Tumors bedingt ist. Es wurden bereits Interventionsstudien durchgeführt mit der Frage, ob die medikamentöse Prophylaxe das Thromboserisiko bei Tumorpatienten vermindern könnte.

Unterschiedliches Risiko

Es hat sich herausgestellt, dass das Thromboserisiko bei einzelnen Tumorentitäten und auch in verschiedenen Patientengruppen unterschiedlich hoch ist und eine sehr breit eingesetzte Thromboseprophylaxe nicht ausreichend zielsicher ist. Die Identifikation von Personen mit hohem bzw. niedrigem Thromboserisiko war Ziel der 2003 initiierten Cancer and Thrombosis Studie (CATS).

CATS

Eine prospektive, nicht interventionelle Studie mit Studiennamen CATS untersuchte die neu diagnostizierte Patienten bzw. Patienten mit einem Rezidiv einer Krebserkrankung hinsichtlich ihres Auftretens von Thrombosen und Pulmonalembolien.

In dieser Studie konnten bereits mehrere Laborparameter identifiziert werden, die eine gute Voraussagekraft für das Auftreten von Thrombosen haben. Unter diesen Parametern finden sich P-Selektin, D-Dimer, Prothrombin Fragment 1+2 und der Faktor VIII. Wir konnten in der Studie auch bereits früher publizierte Daten über ein erhöhtes Thromboserisiko bei Patienten mit Thrombozytose bestätigen und einen Score entwickeln, der eine negative prädiktive Aussagekraft von > 99 % und eine positive prädiktive Aussagekraft von > 40 % hat.

Auf Basis der Untersuchungsergebnisse von CATS wären Interventionsstudien zur Thromboseprophylaxe anzudenken.

Zur Person
Univ.-Prof. Dr. Ingrid Pabinger
Klinische Abteilung für Hämatologie und Hämostaseologie
Universitätsklinik für Innere Medizin I
Medizinische Universität Wien
Währinger Gürtel 18-20
1090 Wien
Fax: ++43/1/40400-4030
E-Mail:

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Mehr zum Thema

<< Seite 1 >>

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben