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Gastroenterologie 5. Juni 2008

Erste Gene für Colitis ulcerosa aufgespürt

Kieler Forscher haben erstmals Gene identifiziert, die für die Entstehung der chronisch entzündlichen Darmkrankheit Colitis ulcerosa verantwortlich sind. Die Studie der Arbeitsgruppe um das Institut für Klinische Molekularbiologie an der Universität Kiel ist in der jüngsten Ausgabe von Nature Genetics (2008, Vol. 40 No 6: 713 715) veröffentlicht. Auf der Suche nach Morbus CrohnGenen fanden die Wissenschaftler drei Gene, die nur für ein ColitisRisiko stehen können. Das Team um Professor Stefan Schreiber hatte bereits vor sechs Jahren die ersten RisikoGene der ColitisSchwesterkrankheit Morbus Crohn entdeckt.
Die Forscher untersuchten im Anschluss an die jüngsten MorbusCrohnStudien des Nationalen Genomforschungsnetzes NGFN Stichproben von Personen mit Morbus Crohn (1.850), mit Colitis ulcerosa (1.103) und gesunden Personen (1.817). Dabei stellten sie nur bei Colitis ulcerosa Veränderungen in den Genen PTPN2, HERC2 und STAT3 fest.
Colitis ulcerosa ist eine geschwürige, chronische Entzündung des Dickdarms, die am Darmausgang beginnt und sich unterschiedlich weit im Dickdarm ausbreiten kann. Die Erkrankung ist derzeit nicht heilbar und kann in jedem Alter auftreten. Meistens beginnt die Krankheit aber im Alter zwischen 20 und 40. Über 300.000 Menschen in Deutschland haben Colitis ulcerosa oder Morbus Crohn. Wie diese und andere Entzündungskrankheiten entstehen, wie man sie behandeln und verhindern kann, erforscht der Exzellenzcluster „Entzündung an Grenzflächen“. Hier arbeiten 70 Wissenschaftlergruppen der Universitäten Kiel, Lübeck und vom Forschungszentrum für Medizin und Biowissenschaften der LeibnizGemeinschaft in Borstel zusammen. Die Forschungsergebnisse finden erste Anwendungen in der Spezialsprechstunde für Morbus Crohn und Colitis ulcerosa in der Klinik für Allgemeine Innere Medizin am Universitätsklinikum SchleswigHolstein in Kiel. Hier war bereits vor kurzem eine neue Therapie gegen den Entzündungsbotenstoff „TNF“ entwickelt worden, die jetzt in den USA zuge­lassen wurde.

Quelle: ChristianAlbrechtsUniversität zu Kiel, Institut für Klinische Molekularbiologie.

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