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Gastroenterologie 1. Oktober 2006

Geschlechterspezifische Besonderheiten des Einflusses von Alkohol auf die Leber

Geschlechtsspezifische Unterschiede in der Empfindlichkeit gegenüber alkohol-induzierten Leberschädigungen sind wohl bekannt. Frauen entwickeln alkoholische Lebererkrankungen schneller als Männer und weisen einen niedrigeren alkohol-toxischen Schwellenwert auf. Die pathophysiologischen Ursachen für diese Unterschiede sind jedoch nur unzureichend charakterisiert und liegen in einem unterschiedlichen first-pass-Metabolismus des Alkohols im Magen, unterschiedlicher Alkohol-Eliminationsrate und unterschiedlichem Alkohol-Verteilvolumen im Körper. Zusätzlich scheint der hormonelle Einfluss von Östrogen eine wesentliche Rolle zu spielen: Östrogen steigerte die Empfindlichkeit der Kupferzellen in der Leber gegenüber Lipopolysaccharid (LPS), das aus dem Darm über das Pfortadersystem zur Leber transportiert wird, und damit die Produktion von proinflammatorischen Zytokinen. Diese Mechanismen werden heute als die ursächlich wahrscheinlichsten für die erhöhte Empfindlichkeit der Leber von Frauen gegenüber den schädlichen Einflüssen des Alkohols angesehen.

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