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Gastroenterologie 14. November 2014

Diarrhoen im Alter nehmen zu

Schwaches Immunsystem macht anfällig

Eine steigende Zahl schwerer Darminfektionen, die im Krankenhaus behandelt werden müssen und tödlich enden können, wird bei unseren deutschen Nachbarn beobachtet. Besonders stark zugenommen haben demnach Infektionen mit dem Erreger Clos-tridium difficile, der sich nach der Einnahme von Antibiotika im Darm ausbreiten kann.

„Clostridium difficile-Bakterien sind in der Umwelt weit verbreitet und kommen auch bei vielen Gesunden im Darm vor“, erklärt Prof. Dr. Markus Lerch, Klinik für Innere Medizin A an der Universitätsmedizin Greifswald und Präsident der Deutschen Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS). Stören Antibiotika das Gleichgewicht der gesunden Darmflora, kann sich der Erreger ungehindert vermehren. Gefährlich sind die Bakterien durch ihre Gifte: Die Toxine lähmen die Darmwand und führen im schlimmsten Fall zum „toxischen Megacolon“. 15 bis 20 Prozent der Antibiotika-assoziierten Durchfallerkrankung werden durch C. difficile verursacht.

Hauptursache für Magen-Darm-assoziierte Sterbefälle in Kliniken

Man geht davon aus, dass ein Großteil der Sterbefälle, die Kliniken im Zusammenhang mit Magen-Darm-Infektionen registrieren, auf Infektionen mit diesem Bakterium zurückgehen. „2011 verstarben 4.152 Patienten im Krankenhaus im Zusammenhang mit gastrointestinalen Infektionen“, so Lerch. „Auf der Basis von Mortalitätsraten aus den USA gehen wir davon aus, dass in Deutschland jährlich mindestens 2.000 Menschen mit C. difficile-Infektionen sterben“.Doch nicht allein Erkrankungen mit C. difficile nehmen zu. Wie die Analyse – unter anderem auch von Daten des Robert Koch-Instituts – ergab, steigt auch die Zahl der Infektionen mit Noroviren, Rotaviren, Campylobacter- und E. coli-Bakterien.

Presseaussendung DGVS

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