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Der Linx-Ring besteht aus einer flexiblen Kette, die einzelnen Glieder aus titanummantelten Magneten.
 
Gastroenterologie 17. Oktober 2014

Magnetring bewährt sich

Aktuelle Studie bestätigt hohe Zufriedenheit der Reflux-Patienten nach minimal-invasivem Eingriff.

Eine europäische Multicenter-Studie evaluierte die neue Methode der Reflux-Behandlung mit dem magnetischen Sphinkter.

Vielen Patienten, die unter der Reflux-Krankheit leiden, kann mit Protonenpumpen-Hemmern geholfen werden. Allerdings verlieren diese Medikamente nach ein bis zwei Jahren in 30 bis 40 Prozent der Fälle ihre Wirksamkeit. Hier bot sich bisher die Fundoplikatio-Operation als Alternative an, um bei der Grunderkrankung, dem ausgeleierten Anti-Reflux-Ventil, anzusetzen. Bei dem zumeist durchs Schlüsselloch durchgeführten Eingriff wird ein Teil der Magens, der Fundus, wie ein Schal um den Ausgang der Speiseröhre gelegt, das Anti-Reflux-Ventil verstärkt und krankhafter Reflux sowie seine Beschwerden deutlich gemildert.

Gleich gut, aber schonender

Eine kürzlich im Surgical Endoscopy publizierte Europäische Multicenter-Studie attestiert nun dem seit einiger Zeit auch am Wiener AKH durchgeführten Eingriff mit dem Linx-Ring ebenso gute Ergebnisse. Dabei wird ein aus magnetischen Titanperlen bestehender High-Tech-Ring um den Ausgang der Speiseröhre gelegt. Im Ruhezustand verschließt der Magnetring das Anti-Reflux-Ventil, beim Essen und Trinken öffnet er sich.

Die Vorteile der OP: kürzere Eingriffszeit (20 bis 30 vs. 60 Minuten), kürzerer Spitalsaufenthalt, keine vorübergehende Schonkost und raschere Erholung.

90 Prozent der behandelten Patienten sind zufrieden

„Die neue EU-Studie fasst die Ein-Jahres-Ergebnisse nach 202 Linx-Eingriffen zusammen und ist damit die bis dato größte publizierte Serie über die Wirksamkeit dieser neuen Methode“, so Chirurg und Studien-Erstautor Prof. Dr. Martin Riegler vom Reflux Medical-Zentrum in Wien. 82 Prozent der Betroffenen mussten danach keine Medikamente mehr nehmen, weniger als zehn Prozent gaben Nebenwirkungen wie Völlegefühl, Blähungen oder Schwierigkeiten beim Rülpsen oder Erbrechen an.

Die Patientenzufriedenheit lag insgesamt bei über 90 Prozent. „Diese Multicenter-Studie“, so Riegler, „signalisiert einen wichtigen Durchbruch für die Behandlungsoptionen von Reflux und bestätigt die Ergebnisse rezenter kleinerer Serien sowie auch unserer eigenen Resultate.“

Genaue Voruntersuchungen sind notwendig

„Obwohl die Studie zeigt, dass die Linx-OP genauso wirksam ist wie die Fundoplikatio, muss zuvor ganz genau geklärt sein, ob jemand für diesen Eingriff geeignet ist“, erläutert Co-Autor und Speiseröhren-Chirurg Prof Dr. Sebastian Schoppmann von der Medizinischen Universität Wien am AKH Wien. Dazu zählen die Endoskopie und die Druck- und Reflux-Messung. „Die Linx-OP sollte nur bei einem Zwerchfellbruch, der kleiner als drei Zentimeter ist, ohne Barrett Syndrom und bei normaler Transportfunktion der Speiseröhre durchgeführt werden“, so Schoppmann. „Im fortgeschrittenen Stadium der Reflux-Krankheit mit großen Zwerchfellbruch und Barrett-Ösophagus empfehlen wir die herkömmliche Methode, also die Fundoplicatio.“

Zugelassen wurde der Linx-Eingriff im Jahr 2012 von der US-amerikanischen Food and Drug Administration FDA. Wichtig sei derzeit, so Riegler, dass die genaue Abklärung und der Linx-Eingriff in Zentren durchgeführt werden, die über große Erfahrung in Diagnose und Therapie der Reflux Krankheit verfügen. Sämtliche Voruntersuchungen zum Linx-Eingriff und der Eingriff selbst werden im Reflux Medical Diagnose Zentrum bzw. an der Medizinischen Universität Wien im AKH Wien angeboten.

Originalpublikation: Riegler M et al.: Surg Endosc 2014; online 30. August

Reflux Medical , Ärzte Woche 43/2014

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