zur Navigation zum Inhalt
 
Gastroenterologie 15. September 2014

Cholera in Ghana

Hygienemaßnahmen beachten und Impfung erwägen.

In Ghana nimmt derzeit die Zahl der Cholerainfektionen deutlich zu. Am stärksten betroffen ist Greater Accra, die Region rund um die Hauptstadt Accra. Seit Juli 2014 wurden von dort mehr als 7800 Verdachtsfälle gemeldet, mindestens 51 Menschen sind verstorben. Auch in anderen Regionen des Landes steigen die Fallzahlen an. Reisende sollten auf sorgfältige Nahrungsmittel- und Trinkwasserhygiene achten. Für Risikogruppen ist derzeit auch eine Impfung gegen Cholera empfohlen, teilt das CRM Centrum für Reisemedizin mit.

Aus der Stadt Sekondi-Takoradi, Western Region, wurden Mitte August 23 Verdachtsfälle gemeldet, neun Infektionen wurden bestätigt. In Cape Coast, Central Region, sind 24 Menschen erkrankt. Aus der Volta Region werden 201 Erkrankungen berichtet, mindestens fünf Menschen sind verstorben.

„Für Touristen, die sich vorwiegend in Hotelanlagen aufhalten oder an organisierten Rundreisen teilnehmen, ist das Risiko, sich mit Cholera zu infizieren nach wie vor gering", sagt Professor Dr. med. Tomas Jelinek, Wissenschaftlicher Leiter des CRM Centrum für Reisemedizin. „Für Risikogruppen empfehlen wir derzeit jedoch eine Impfung." Ein erhöhtes Risiko ergibt sich etwa bei einfachen Reisebedingungen, beispielsweise bei Rucksackreisen. Auch für Schwangere, Kinder und Menschen mit Vorerkrankungen ist eine Impfung sinnvoll. Sie tragen ein erhöhtes Risiko für schwere, lebensbedrohliche Verläufe im Fall einer Infektion. Für Kinder ist die Impfung ab dem Alter von zwei Jahren möglich.

„Bei Reisen nach Ghana sollte grundsätzlich immer auf Trinkwasser- und Nahrungsmittelhygiene geachtet werden, um sich vor Infektionen mit Durchfallerregern zu schützen", rät Professor Jelinek. Reisende sollten kein Leitungswasser, sondern ausschließlich abgefülltes Wasser trinken. Rohe, ungeschälte Früchte, Gemüse und Salate, offene Säfte und Eiscreme, ebenso wie nicht durchgegarte Fleisch- oder Fischgerichte sollten gemieden werden.

Ghana zählt zu den Ländern mit dem höchsten Risiko für gastrointestinale Infekte bei Reisenden. Diese werden durch eine Vielzahl von Erregern verursacht, die mit verunreinigter Nahrung oder Trinkwasser aufgenommen werden. Reisedurchfall gehört zu den häufigsten Gesundheitsproblemen im Urlaub und klingt nach einigen Tagen meist von selbst ab. Cholera hingegen ist eine lebensbedrohliche Darmerkrankung, die mit Erbrechen und starken wässrigen Durchfällen einhergeht. Sie breitet sich vor allem bei unzureichenden sanitären Verhältnissen aus.

Pressemitteilung CRM/TF, springermedizin.at

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Mehr zum Thema

<< Seite 1 >>

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben