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Gastroenterologie 3. Juni 2014

Darmflora und Leber

Tansplantation von gesundem Stuhl kann Schädigung verhindern

Die Bedeutung der Darmflora für die physische und psychische Gesundheit steht derzeit im Mittelpunkt zahlreicher Diskussionen und Untersuchungen. Beim diesjährigen Kongress der EASL, der Europäischen Gesellschaft für Studien der Leber, im vergangenen April in London wurde gezeigt, dass die Darmflora auch bei der Entwicklung der alkoholischen Lebererkrankung (ALD) eine Rolle spielen könnte.

Eine französische Studie zeigte im Tiermodell, dass möglicherweise eine Stuhltransplantation eine ALD verhindern kann. Dabei wird durch die Verabreichung fäkalen Materials eines gesunden Spenders in den Darm des Empfängers eine neue Darmflora übertragen.

Zwei Gruppen bakterienfreier Mäuse erhielten in der Untersuchung Stuhltransplantationen von menschlichen Spendern, wovon einer unter schwerer alkoholischer Fettleber litt, der andere zwar schwer alkoholabhängig, aber nicht an Fettleber erkrankt war. Beide Mäuse erhielten daraufhin dieselbe Dosis Alkohol verabreicht. Jene Mäuse, die die Darmflora der an Fettleber erkrankten Personen erhalten hatten, entwickelten in der Folge eine schwerere Form der Lebererkrankung.

Die Schwere der alkoholischen Lebererkrankung korreliert bei schweren Trinkern nicht geradlinig mit der Menge des Alkoholkonsums, stellte Prof. Frank Lammert von der EASL fest. Das bedeutet, dass andere Faktoren die Entwicklung beeinflussen müssen. Der Beleg, dass die Darmflora einen ursächlichen Grund für die Entwicklung einer alkoholinduzierten Entzündung hat, könnte auch der Ansatz für neue Therapien sein.

Quelle: Presseinformation EASL

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