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Gastroenterologie 3. Juni 2014

Eisenmangel bei CED-Patienten

Ausgleich mit einmaliger Applikation.

Patienten mit chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen haben ein hohes Risiko für einen Eisenmangel, der oral kaum ausgeglichen werden kann.

Eisenmangel gehört zu den weltweit am weitesten verbreiteten Mangelerkrankungen. Eine Studie zur Versorgungssituation von Patienten mit Eisenmangelanämie in der Praxis hat ergeben, dass Hypermenorrhö die mit Abstand am häufigsten diagnostizierte Ursache für eine Eisenmangelanämie ist (24 %), gefolgt von Magen-Darmerkrankungen (18 %), Niereninsuffizienz (9 %), chronischer Herzinsuffizienz (8 %), Krebserkrankungen (8 %) und perioperativen Situationen (8 %) (DGIM 2014, Wiesbaden, Poster # P107).

Als aussagekräftigsten Eisenstoffwechselparameter bezeichnete Dr. Tilman Steinmetz aus Köln das Serum-Ferritin: Bei einem erniedrigten Hämoglobinwert, wie er bei einem absoluten Eisenmangel als Folge der entleerten Eisenspeicher vorliege, korreliere der Ferritin-Wert mit dem Speichereisen, das heißt, das Serum-Ferritin ist bei einer absoluten Eisenmangelanämie ebenfalls erniedrigt.

CRP entlarvt maskierten Eisenmangel

Ferritin könne als Akute-Phase-Protein bei entzündlichen und malignen Erkrankungen allerdings auch erhöht (oder normal) sein. Daher empfehle es sich, den CRP-Wert zu bestimmen, um mögliche Entzündungsprozesse und damit einen maskierten Eisenmangel im Sinne einer „funktionellen“ Eisenmangelanämie auszuschließen, erläuterte Steinmetz.

Wie Dr. Niels Teich, Leipzig, kasuistisch verdeutlichte, gehören CED-Patienten aufgrund der enteralen Aufnahmestörung von Eisen sowie chronischen Blutverlusten zu den Hochrisikopatienten für eine Eisenmangelanämie. Die meisten Betroffenen könnten den Eisenmangel weder über die Ernährung, noch über orale Eisenpräparate suffizient ausgleichen. Aus seiner Sicht biete die i. v. applizierbare Eisencarboxymaltose eine wichtige Therapieoption, da sie auch diesen Patienten eine verträgliche und effektive Eisensubstitution ermöglicht.

Eisencarboxymaltose bietet als einziges i. v.-Eisenpräparat die Möglichkeit der Infusion von bis zu 1.000 mg in einer Einzeldosis über mindestens 15 Minuten (DGHO-Leitlinie Eisenmangel und Eisenmangelanämie. Stand: 2011).

In Abhängigkeit von Hämoglobin-Wert und Körpergewicht kann schon die einmalige i. v.-Gabe von 1.000 mg zu einer verträglichen und effektiven Korrektur des Eisendefizits beitragen (Gastroenterology 2011; 141: 846-853, 4; Obstetrics and Gynecology 2007; 110: 267-278).

  • Herr Frank Müller, 20.10.2014 um 07:48:

    „Sehr geehrtes Springer Team, sehr informativen Artikel, den sie verfasst haben. Auch die Naturheilkunde zeigt gute Behandlungsmöglichkeiten. Eisen sollte mit Vitamin C eingenommen werden, um die Eisenaufnahme zusätzlich zu erhöhen. Kann diesen Artikel noch zusätzlich empfehlen: http://www.derneuemann.net/eisenmangel/2276 mfg Frank“

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