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Gastroenterologie 14. Oktober 2013

Mikroskopische Kolitis ist keine Rarität

Jeder zehnte Patient mit chronischer Diarrhö und negativer Endoskopie ist betroffen.

Eine chronische wässrige Diarrhö, krampfartige Bauchschmerzen und Gewichtsverlust – bei diesen Symptomen sollte man auch an eine mikroskopische Kolitis denken. Zu diesem Ergebnis kommt eine spanische Studie mit 271 Patienten (Guagnozzi D et al.: Dig Liver Dis 2012). Die Diagnose wurde anhand von Stufenbiopsien gestellt.

Unter dem Begriff mikroskopische Kolitis werden die kollagene und die lymphozytäre Kolitis zusammengefasst. Das Leitsymptom ist die chronische, wässrige, nicht blutige Diarrhö. Die Patienten haben pro Tag durchschnittlich mehr als drei, in Extremfällen bis zu 20 Stuhlgänge von wässriger bis weicher Konsistenz.

Die Symptome können akut oder schleichend beginnen. Oft kommen Bauchschmerzen und Gewichtsverlust hinzu. Besonders häufig betroffen sind Frauen über 50 Jahre sowie Patienten, die an Autoimmunerkrankungen wie Rheumatoider Arthritis oder Diabetes mellitus leiden. Als Risikofaktor wurde Rauchen identifiziert.

In der Praxis wird die mikroskopische Kolitis häufig übersehen oder als Reizdarmsyndrom fehldiagnostiziert, weil die endoskopischen Befunde unauffällig sind. Um die Diagnose zu sichern, sind zusätzlich die Entnahme von Stufenbiopsien und deren histopathologische Untersuchung erforderlich.

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