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Gastroenterologie 16. September 2013

Morbus Crohn und Faecalibacterium prausnitzii

Den Patienten fehlt es an Buttersäure-produzierenden Bakterien.

Bei Patienten mit Morbus Crohn sind Menge und Anteil schleimhauternährender Bakterien vermindert, wie das Institut für Mikroökologie in Herborn mitteilt.

Das Institut verweist auf eine polnische Studie, die den Zusammenhang zwischen Morbus Crohn, Faecalibacterium prausnitzii und der Menge an Buttersäure im Stuhl untersuchte ( Galecka M et al.: Polish Journal of Microbiology 2013; 62 ).

Faecalibacterium prausnitzii sei einer der wichtigsten Buttersäureproduzenten im menschlichen Darm und mache bei Gesunden mindestens 109 Zellen pro Gramm Stuhl und über 5 Prozent der bakteriellen Gesamtzellzahl aus, so das Institut in einer Mitteilung. Die von der Darmflora gebildete Buttersäure und ihre Derivate stellten die Hauptenergiequelle des Darmepithels dar.

34 Patienten untersucht

An der Studie nahmen 34 Morbus Crohn-Patienten teil. Die Aktivität der Erkrankung wurde mit dem Crohn Disease Activity Index (CDAI) ermittelt. Die Teilnehmer wurden entsprechend in vier Gruppen aufgeteilt: Remission, schwache Aktivität, mittlere Aktivität und schwere Aktivität. Ergebnis der Studie: Bei Crohn-Patienten waren die absoluten Zellzahlen von F. prausnitzii und der prozentuale Anteil an der bakteriellen Gesamtzellzahl stark vermindert. Selbst bei Crohn-Patienten in Remission betrugen die Zellzahlen von F. prausnitzii maximal 108 Zellen/g Stuhl. Je stärker die Krankheitsaktivität, desto geringer waren die Zellzahlen von F. prausnitzii.

Zu viel Essigsäure, zu wenig Buttersäure

Auch die Anteile der kurzkettigen Fettsäuren im Stuhl waren stark verändert. Die Konzentration der Essigsäure war auf 70% der Gesamtmenge kurzkettiger Fettsäuren gestiegen, während die Anteile an Propionsäure und Buttersäure auf etwa 15% und 8% absanken. Bei Gesunden liegt die Konzentration der Essigsäure relativ konstant bei etwa 60%, die der Propionsäure bei 20 bis 25% und die der Buttersäure bei 15 bis 20%.

Buttersäure stärkt die Tight junctions

Von allen kurzkettigen Fettsäuren habe die Buttersäure die größte Bedeutung für die Darmgesundheit, heißt es in der Mitteilung. Sie wird vor allem von den Bakterien im Darm gebildet und macht die Hauptenergiequelle der Epithelzellen aus. Darüber hinaus regulieren die Buttersäure und ihre Derivate die Proliferation und Differenzierung der Zellen und die Apoptose, so das Institut für Mikroökologie.

Die Buttersäure wirke anti-inflammatorisch und spiele eine Rolle bei der Aufrechterhaltung der Integrität der Darmbarriere, indem sie die Verbindungen zwischen den Zellen – die Tight junctions – stärkt. Damit unterbindet die Buttersäure das Eindringen der Darmflora in das Epithel, eine der Schlüsselursachen der anhaltenden Entzündung bei Morbus Crohn.

Das Institut für Mikroökologie in Herborn bietet nach eigenen Angaben als erstes Labor in Deutschland den Nachweis von F. prausnitzii und Buttersäure im Stuhl an. Sinken Zellzahl und Konzentration, könnten Betroffene mit einer entsprechenden Diät entgegenwirken. Nahrungsmittel, die reich an Stärke und Ballaststoffen sind, vermehren die Zellzahlen von F. prausnitzii und die Konzentration an produzierter Buttersäure.

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