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Gastroenterologie 16. September 2013

Erfolgreiche Behandlung mit Stuhltransplantation

Metaanalyse ergibt 90-prozentige Heilungsraten bei Clostridien-Diarrhoe.

Die fäkale mikrobielle Transplantation ist bei rekurrenter bzw. therapierefraktärer Clostridium difficile-Infektion ein vielversprechender neuer Therapieansatz. Derzeit hat diese Methode noch den Stellenwert eines individuellen Heilversuches.

Die Infektion mit Clostridium difficile (CDI) ist ein zunehmendes Problem im klinischen Alltag. Insbesondere die Rezidive sind schwierig zu behandeln, die medikamentösen Therapieoptionen sind begrenzt. In letzter Zeit gab es vermehrt Berichte über einen potenziellen Nutzen der fäkal mikrobiotischen Transplantation (FMT) bei diesem Patientenkollektiv. Der klinische Stellenwert dieser neuen Behandlungsmethode ist jedoch noch unklar.

Patienten/Methodik

In einer Metaanalyse wurden alle voll publizierten Studien bis zum Zeitpunkt März 2012, bei denen jeweils bei mindestens zehn Patienten mit CDI eine Stuhltransplantation erfolgt war, ausgewertet. Als Endpunkt war die klinische Heilung definiert. Insgesamt elf Studien mit 273 CDI Patienten erfüllten die Einschlusskriterien, eine randomisierte kontrollierte Studie war nicht dabei.

Ergebnisse

Bei 245 (89,7%) der 273 behandelten CDI Patienten wurde eine klinische Heilung erzielt (95%CI: 84–93%). Dabei gab es keine signifikante Heterogenität zwischen den Studien (p=0,13).

Eine a priori Subgruppenanalyse zeigte einen Trend zu einer höheren klinischen Heilungsrate durch eine FMT-Applikation über den unteren Gastrointestinaltrakt (91,4%; 95%CI: 86–95%) im Vergleich zur Applikation über die obere gastrointestinale Route (82,3%; 95%CI: 69–90%).

Es wurde kein Unterschied im klinischen Ergebnis in Abhängigkeit von der Art des Spenders (anonymer Spender vs. vom Patienten ausgesuchter Spender) gefunden. Nebenwirkungen der FMT traten nicht auf, wobei die Nachbeobachtungszeit in den einzelnen Studien zwischen Wochen und Jahren schwankte.

Schlussfolgerung

Die Stuhltransplantation scheint eine vielversprechende Therapie bei der rekurrenten bzw. therapierefraktären CDI zu sein. Eine Vielzahl an Fragen ist jedoch noch offen, bevor dieses Verfahren in der klinischen Breite angewendet werden kann.

Originalpublikation:

Kassam Z. et al.: Am J Gastroenterol 2013; 108 (4): 500–508

springermedizin.de, Ärzte Woche 38/2013

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