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Es lohnt sich, wenn Sie ihr Endoskopie-Personal auffordern, sich aktiv an der Beurteilung der Bilder auf dem Monitor zu beteiligen.
 
Gastroenterologie 6. September 2013

Vier Augen sehen mehr als zwei

Aufmerksames Endoskopie-Personal erhöht die Detektionsrate.

Aus Studien mit sequenzieller Koloskopie durch verschiedene Untersucher ist bekannt, dass bis zu 25% der Adenome übersehen werden. Gleichzeitig weiß man, dass die ADR durch einen zweiten beobachtenden Arzt verbessert werden kann. Aber wer hat den schon zur Verfügung? Mindestens ebenso hilfreich kann die Endoskopie-Schwester sein, wie eine US-amerikanische Studie zeigt.     

In randomisierter Folge wurden 502 Koloskopien entweder in üblicher Weise als Routine-Koloskopie oder als Studien-Koloskopie durchgeführt. Bei der Studien-Koloskopie sollte die Endoskopie-Schwester ununterbrochen auf den Monitor blicken und sich während des Rückzugs des Gerätes melden, sobald sie einen Polypen zu sehen glaubt. Polypen, die von der Schwester zuerst entdeckt wurden und an denen der Endoskopiker kommentarlos vorbeigezogen war, wurden speziell gekennzeichnet. Stellten Endoskopiker und Schwester einen Polypen gleichzeitig fest, so wurde er dem Endoskopiker zugeschrieben.

Die Resultate: Bei 502 Patienten wurden insgesamt 592 Polypen entdeckt, von denen 40 zuerst der Endoskopie-Schwester aufgefallen waren. Bei den Studien-Koloskopien wurden pro Koloskopie 1,32 Polypen und 0,82 Adenome entdeckt. Bei den Routine-Koloskopien waren es dagegen nur 1,03 Polypen und 0,64 Adenome. Dies bedeutet, dass es durch die aufmerksame Beobachtung der Schwester zu einem Anstieg der durchschnittlichen Anzahl von Polypen bzw. Adenomen um 29% bzw. 28% gekommen war. Die Gesamt-Adenom-Detektionsrate betrug 44,1% mit einem Trend zu höheren Werten durch die Beobachtung der Endoskopie-Schwester.

Aslanian HR et al.: Am J Gastroenterol 2013; 108 (2): 166–72

springermedizin.de, Ärzte Woche 37/2013

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