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Gastroenterologie 7. Mai 2013

Stress im Job - Schmerzen im Bauch

Magen-Darm-Beschwerden durch psychischen Druck

Stress macht nicht nur die Seele krank, auch Magen- und Darm-Beschwerden können durch Dauerstress verursacht oder verstärkt werden, wie die Deutsche Gesellschaft für Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) feststellt.

„Akuter Stress beeinflusst verschiedene Funktionen im Verdauungstrakt“, erklärt DGVS-Expertin Dr. med. Viola Andresen, Medizinische Klinik am Israelitischen Krankenhaus in Hamburg. „Dazu zählen die Sekretion der Magensäure, Bewegungen des Darms und verschiedene Immunparameter“. Dies kann bei Menschen, die an sich gesund sind, Beschwerden auslösen. So reagiert manch einer auf Stress mit Bauchschmerzen oder bekommt plötzlich Durchfall. Andere klagen über Sodbrennen.

Auch bei der Entstehung eines Magengeschwürs spielt Stress eine wichtige Rolle. Obwohl den meisten Magengeschwüren eine Infektion mit dem bakteriellen Erreger Helicobacter pylori zugrunde liegt, erklärt das Vorhandensein des Magenkeims allein die Krankheitsentstehung nicht. Denn nur etwa zehn bis zwanzig Prozent der Menschen, die ihn in sich tragen, entwickeln ein Geschwür. Die meisten bleiben trotz des Darmkeims gesund. In einigen Fällen tritt die Krankheit auch ohne Helicobacter-Infektion auf.

Bei vielen Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts spielt Stress zudem eine verstärkende Rolle. „Bei den chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen Morbus Crohn und Colitis ulcerosa, bei der Refluxkrankheit und auch beim Reizdarmsyndrom spricht vieles dafür, dass Stress bei vielen Betroffenen die Symptome verschlimmern kann“, erklärt Andresen. Etwa sieben Prozent der Bevölkerung – überwiegend Frauen – sind vom Reizdarmsyndrom mit chronischen Bauchschmerzen, Blähungen, Verstopfung oder Durchfällen betroffen.

Neben der Therapie der Symptome und der organischen Ursachen sollten daher bei der Therapie von Magen-Darm-Erkrankungen auch die Psyche und die Lebensumstände des Patienten berücksichtigt werden.

 

Quelle: www.dgvs.de

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