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Gastroenterologie 24. Oktober 2012

Tag der offenen Tür in neuem Zentrum: Exzellenz für Refluxkrankheit

Wichtig ist, nicht nur die Symptome sondern die Ursache zu behandeln.


Die Ursache für Sodbrennen und Reflux sollte die Therapie bestimmen. Meist werden jedoch nur die Symptome bekämpft. Mit einem neuen Diagnose- und Therapiezentrum unter Leitung von Prof. Dr. Martin Riegler will man der Ursache nun gezielt auf den Grund gehen und die genau passende Therapie anbieten. Dazu zählt auch bei entsprechender Indikation, eine neue Methode, den unzureichend schließenden Ösophagus-Sphinkter zu unterstützen.

Am 30. Oktober bietet Reflux Medical in der ehemaligen Poliklinik in Wien 9 bei einem Tag der Offenen Tür Informationen und Demonstrationen für Ärzte und Betroffene.


Den Fokus auf die Refluxkrankheit sieht Riegler in dem neuen interdisziplinären Exzellenzzentrum als wesentlichen Vorteil: „Die Krankheit präsentiert sich in so vielen verschiedenen Formen und ist sehr komplex, daher ist eine hohe Expertise gefordert.“ Die Themen Reflux und Gastrooesophagealer Reflux sind für den Chirurgen seit mehr als 20 Jahren Schwerpunktthema seiner Arbeit an der Univ.-Klinik für Chirurgie in Wien. Mit dem von ihm entwickelten ganzheitlichen Konzept der RM-Methode steht bei Reflux Medical die erste individualisierte, Lebensqualitätsbasierte Methode zur Diagnostik und Therapie der Refluxerkrankung zur Verfügung. „Zudem“, so Riegler, „ermöglicht die RM-Methode eine wirksame Vorsorge gegen Speiseröhrenkrebs.“


Saures Aufstoßen, Sodbrennen, aber auch Heiserkeit, Husten, Asthma, Halsschmerzen sowie Kiefer- und Ohrenschmerzen können Refluxsymptome sein. 20 bis 30 Prozent aller Österreicher sind davon betroffen. In der Mehrheit der Fälle wird eine medikamentöse Säureunterdrückung als Behandlung eingesetzt. Aber die Kontrolle der Symptome verführt dazu, der Ursache nicht weiter nachzugehen. Damit besteht das Risiko, krankhafte Veränderungen der Schleimhaut und damit auch Krebsvorstufen zu übersehen. „90 Prozent der Patienten, die am Ösophaguskarzinom versterben, wurden nicht getestet,“ berichtet Univ.-Prof. Dr. Para Chandrasoma, Pathologe am Krankenhaus der University of Southern California und fordert: „Wir brauchen eine Standardisierung für Diagnose und Therapie!“


Diesen Stufenplan bietet die RM-Methode von Riegler. Beginnend mit der Feststellung der Krankheitswertigkeit mit einem individuellen Beratungsgespräch zu den aktuellen Lebensumständen und der Analyse des akuten Gesundheitszustand schließen sich weitere diagnostische Schritte an: Die Endoskopie der Speiseröhre, die Messung des Drucks im Ösophagus und die Refluxmessung. „All das wird im Reflux Medical Diagnose- und Therapiezentrum nach den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen und mit den besten auf dem Markt erhältlichen Geräten durchgeführt“, zeigt sich Riegler stolz.

Antirefluxventil „reparieren“

„Im Anschluss werden die Befunde besprochen und die Therapie geplant“, erläutert der Chirurg die Strategie hinter der RM-Methode. Liegt eine Gewebeveränderung mit Krebsrisiko in der Speiseröhre vor, so kann diese mittels Radiofrequenzablation entfernt werden. Dabei wird der Patient in einen Kurzschlaf versetzt. Über den Mund wird ein Ballonkatheter in die Speiseröhre eingeführt. Über Elektroden auf der Oberfläche des Ballons wird mittels Radiofrequenzenergie die erkrankte Schleimhaut zerstört.


Aber auch wenn kein Barrett-Ösophagus vorliegt, sollte die Refluxkrankheit nicht ignoriert werden. In der Behandlung des Refluxes spielt die bereits erwähnte Lebensstiländerung eine ebenso große Rolle, wie die medikamentöse Behandlung oder operative Eingriffe zur „Reparatur“ des Antireflexventils am Ausgang der Speiseröhre. So stellt etwa eine Fundoplicatio das Antirefluxventil wieder her. „Dieser und auch alle anderen Eingriffe zur Behandlung der Refluxkrankheit können mittlerweile minimalinvasiv durchgeführt werden“, sagt Martin Riegler.

 Verschluss mit Magnetring


Eine andere Möglichkeit zur Wiederherstellung des Magenschließmuskels ist die Linx®-Methode. „Dabei wird ein magnetischer Ring aus Titanperlen um den Ausgang der Speiseröhre gelegt. Die Perlen ziehen sich im Ruhezustand zusammen und schließen den Oesophagus gegen den Magen, sodass keine Speisereste mehr in die Speiseröhre gelangen können. Sie öffnen den Ausgang der Speiseröhre nur zur Nahrungsaufnahme“, berichtet Prof. Dr. Luigi Bonavina, Vorstand der Abteilung für Allgemeinchirurgie an der Universität von Milan, der den „Linx®-Ring“ entwickelt hat. In etwa 85 bis 90 Prozent aller Fälle besteht auch drei Jahre nach der Operation noch Beschwerdefreiheit. „Diese Methode ist eine ausgezeichnete Alternative zur – manchmal jahrelang notwendigen – medikamentösen Behandlung mit Protonenpumpenhemmern“, hält Bonavina fest.

Gewicht reduzieren

Eine der wichtigsten Maßnahmen zur Reduktion refluxbedingter Beschwerden ist die Gewichtsabnahme. Auch mäßiges Übergewicht belastet den ohnehin bereits überlasteten Magenschließmuskel. „Auch hier können wir ein neues, innovatives Konzept anbieten“, berichtet Riegler: „Im Zuge der RM-Methode können wir einen neuen Magenballon anbieten, mit dem man innerhalb von drei bis vier Monaten 40 bis 50 Prozent des Übergewichts abnehmen kann.“ Dieser neue Magenballon sieht aus wie eine Weintraube mit einem fadendünnen Schlauch. Diese Traube wird geschluckt und über den angebrachten winzigen Schlauch durch das Einbringen von Stickstoff im Magen entfaltet. Wenn der Ballon gefüllt ist, wird der Schlauch abgetrennt. Der Ballon enthält etwa 250 ml Stickstoff. Er ist somit viel kleiner als bisher verwendete Modelle. „Das verhindert Übelkeit und Erbrechen der PatientInnen“, so Riegler. Einmal geschluckt, dockt der Ballon am Fundus des Magens an und verringert über die Regulation des Hormons Ghrelin das Hungergefühl. Nach drei Monaten kann der Ballon endoskopisch wieder entfernt werden.

Für niedergelassene Ärzte möchte Reflux Medical als Kompetenzpartner fungieren. Der Patient wird nach erfolgreicher Behandlung wieder zurück an den Hausarzt übergeben.


Tag der offenen Tür
Dienstag 30. Oktober 2012, 14:00 – 20:00 Uhr
Reflux Medical Diagnose und Therapiezentrum
Mariannengasse 10
1090 Wien
Tel.: 01/33 66 565
Informationen: www.refluxmedical.com   

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