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Gastroenterologie 6. Juni 2012

Risiko für Dünndarmkrebs

Cholelithiasis

Bei Patienten mit Gallensteinen steigt nicht nur das Risiko für maligne Erkrankungen in Gallenblase und Gallengang. Auch Karzinome im Dünndarm treten häufiger auf.

Dieser schon länger vermutete Zusammenhang wird jetzt erhärtet durch die retrospektive Auswertung einer Serie von Fall-Kontroll-Studien.

Von 23 Patienten mit einem Karzinom des Dünndarms hatten fünf eine Cholelithiasis in der Anamnese, bei den Kontrollpatienten waren es nur 20 von 230. Damit bestand bei den Steinpatienten ein signifikant erhöhtes Erkrankungsrisiko. Etwas geringer, aber immer noch signifikant war der Risikoanstieg, wenn diese Studie mit drei älteren Studien in einer Metaanalyse zusammengefasst wurde. Diese Befunde zusammen mit der bevorzugten Lokalisation von Adenokarzinomen des Dünndarms – im Duodenum nahe der Ampulla vateri – sprechen dafür, dass die Gallenflüssigkeit dort karzinogene Wirkungen entfalten kann. Tatsächlich weisen andere Untersuchungen darauf hin, dass Bestandteile der Galle genotoxisch sind. In den Fall-Kontroll-Studien wurde bei Steinpatienten auch eine leicht erhöhte Rate an Prostata- und Nierenzellkrebs festgestellt. Möglicherweise spiegeln diese Zahlen aber nur gemeinsame Risikofaktoren wider.

Tavani A et al.: Ann Oncol 2012; doi: 10.1093/annonc/mdr581

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