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Gastroenterologie 22. November 2011

Ein halbes Jahr nach EHEC

Welche Lehren wurden aus der Epidemie mit den enterohämorrhagischen Escherichia coli in Europa gezogen?

An der United European Gastroenterology Week (UEGW) in Stockholm erinnerte Prof. Dr. Marje Oona (Universität Tartu, Estland) an die massiven und koordinierten europaweiten Maßnahmen, die unternommen wurden, um die EHEC-Epidemie unter Kontrolle zu bringen, forderte aber strengere Maßnahmen zur Lebensmittelsicherheit, um solche Infektionsausbrüche künftig zu verhindern.

 

Beim EHEC-Ausbruch, der in Deutschland im Mai diesen Jahres begann, wurden 4.000 Menschen in 13 Ländern infiziert und er forderte 46 Leben. „Wenn effektivere Maßnahmen zur Lebensmittelsicherheit in Kraft gewesen wären, wäre das vermutlich nie passiert“, ist Prof. Dr. Marje Oona (Abteilung für Familienmedizin, Universität Tartu, Estland) überzeugt.

Dass der Ausbruch effizient gestoppt worden ist, führte Prof. Dr. Heidi-Ingrid Maaroos, ebenfalls von der Universität Tartu, unter anderem darauf zurück, dass wissenschaftliche Berichte rasch veröffentlicht wurden. Auf der Website des European Centre for Disease Prevention and Control (ECDC) waren notwendige Informationen über neueste Entwicklungen und Empfehlungen abrufbar (http://ecdc.europa.eu). Ein solches Ausmaß an Koordination und Kommunikation sei noch nie zuvor in der gesamten EU erreicht worden, sagte Maaroos.

Oona und Maaroos sind jedoch überzeugt, dass in Zukunft effektivere Maßnahmen zur Lebensmittelsicherheit getroffen werden müssten – in ganz Europa und weltweit. Zwar könnten Verbraucher mit einfachen Maßnahmen, wie einem sorgfältigen Umgang mit Lebensmitteln, viel dazu tun, um ein Infektionsrisiko zu minimieren, doch sollte in der EU mehr Augenmerk auf die Sicherheit vor allem auch von frischen Lebensmitteln gelegt werden. „Dieser Ausbruch hat gezeigt, dass ein besseres System zur Überwachung der Rohprodukte und ein besseres Frühwarnsystem für Erkrankungen durch Lebensmittel nötig sind.“

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