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Gastroenterologie 22. November 2011

Politik soll Alkohol bremsen

Nirgends auf der Welt wird so viel gesoffen wie in Europa.

Mehr als 58 Millionen Europäer konsumieren mehr als die empfohlene Menge Alkohol (in der Regel nicht mehr als 20 g pro Tag für Frauen und 40 g pro Tag für Männer). 20 Millionen davon trinken mehr als doppelt so viel. Geschätzte 23 Millionen Menschen in Europa sind abhängig.

Alkohol ist mit rund 60 verschiedenen Krankheiten und Symptomen assoziiert. Dazu gehören Verletzungen, Erkrankungen des Verdauungstrakts, Krebs, kardiovaskuläre Erkrankungen, Knochen- und Muskelerkrankungen sowie Schädigungen ungeborener Kinder. Lebererkrankungen von der Fettleber bis zur Zirrhose werden durch regelmäßigen hohen Konsum begünstigt und können schließlich zum Leberversagen führen. „Die Leber ist ein fantastisches Organ, das die Fähigkeit besitzt, sich unter bestimmten Bedingungen zu reparieren“, sagte Prof. Dr. Rolf Hultcrantz, Präsident der United European Gastroenterology Federation (UEGF), „aber ein anhaltender Angriff auf die Leberzellen durch Alkohol tötet die Zellen letztendlich ab, und die Leber verliert ihre Funktionsfähigkeit. Dann kann die Lebertransplantation die einzige Option sein.“

Der Alkoholkonsum in Europa müsse drastisch reduziert werden, etwa durch eine Erhöhung der Steuern auf alkoholische Getränke, weniger Werbung, schärfere Regeln für Alkohol am Steuer, eingeschränkten Zugang zu Alkohol. Prävention sollte Jugendliche schützen. Laut Hultcrantz schätzt die WHO die Kosten für EU-weite Maßnahmen auf 1,3 Milliarden Euro: „Das ist nur rund ein Prozent dessen, was Alkohol die Gesellschaft insgesamt kostet. Diese Investition lohnt sich mit Sicherheit.“

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