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Gastroenterologie 25. August 2011

Rauschtrinken attackiert Pankreas

Das Risiko für eine akute Pankreatitis wird nicht durch den durchschnittlichen Alkoholkonsum erhöht, sondern durch die Menge pro Mal.

In einer Kohortenstudie wurde die Auswirkung von alkoholischen Getränken und unterschiedlichem Trinkverhalten auf das Risiko für eine akute Pankreatitis untersucht.

Insgesamt wurden Daten von 84.601 Personen im Alter zwischen 46 und 84 Jahren ausgewertet. Im Median betrug der Beobachtungszeitraum zehn Jahre. 513 Personen entwickelten eine akute Pankreatitis.

Die monatlich getrunkene Durchschnittsmenge an alkoholischen Getränken war allerdings nicht entscheidend für die Wahrscheinlichkeit, zu erkranken, ebensowenig die Häufigkeit des Konsums. Einzig die Menge an getrunkenen Spirituosen pro Mal war mit einer Risikoerhöhung assoziiert, also das Rauschtrinken („binge drinking"). Mit jeder Zunahme von fünf hochgeistigen Getränken stieg die Wahrscheinlichkeit für die akute Erkrankung um 52 Prozent.

Es wurde keine Assoziation mit dem Konsum von Wein oder Bier gefunden. Die Forscher vermuten daher, dass nicht Ethanol allein für das Gesundheitsrisiko verantwortlich ist, sondern eher die unterschiedliche Zusammensetzung der Getränke: Während Bier und Wein antioxidativ wirkende Polyphenole enthalten, finden sich in Spirituosen langkettige Alkohole, die den oxidativen Stress erhöhen.

Azodi, O. S. et al.: British Journal of Surgery 2011; doi:10.1002/bjs.7632

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