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Gastroenterologie 20. April 2011

Therapievielfalt erschwert Entscheidung bei Mb Crohn

Krankheitsstadium, Lokalisierung und Therapieansprechen entscheiden

Wie bei Colitis ulcerosa richtet sich die Therapie des Morbus Crohn nach dem Krankheitsstadium und der Lokalisierung, ebenso wie nach dem Ansprechen auf eine frühere Therapie.

Der ECCO-Konsens teilt klinische Aktivität der Erkrankung in mild, mäßig und schwer ein, fasste Dr. Vita Annese, Department of Medical Sciences, IRCCS-CSS Hospital, San Giovanni Rotondo, zusammen. Annese wies darauf hin, dass Crohn Patienten sehr wohl an Symptomen einer funktionellen Darmstörung oder eines übermäßigen Bakterienwachstums im Dünndarm leiden können, die jene einer entzündlichen Aktivität vortäuschen können. Zusätzlich zu allen therapeutischen Maßnahmen sollte dem Patienten jedenfalls empfohlen werden einen eventuellen Nikotinkonsum zu beenden.

Eine neuere Metaanalyse habe gezeigt, dass Budesonid bei Patienten mit ileozökaler Crohnerkrankung im Vergleich mit Placebo wirksamer war eine Remission zu erzielen, im Vergleich mit Mesalazin erreichte Budesonid bei 69 Prozent der Patienten eine Remission gegenüber 45 Prozent der Patienten mit Mesalazin. Auch konnte in einer anderen Metaanalyse gezeigt werden, dass die Wahrscheinlichkeit für Kortikosteroid-assoziierte Nebenwirkungen mit Budesonid um 35 Prozent geringer ist. Obwohl der ECCO Konsens Meslazin nicht für mild aktive ileale Crohn-Erkranung empfiehlt bleibt, so Annese, Mesalaszin für viele Kliniker die Erstlinientherapie bei Patienten mit milder bis mäßiger Erkrankung. Eine eneuere Studie mit Budesonid verglichen mit Mesalazin bei aktiver Crohnerkrankung fand keine Unterschiede zwischen den beiden Behandlungen.

Antibiotika wurden bei milder bis moderater Crohnerkrankung in den vergangenen 20 nur in kleinen klinischen Studien überprüft, dabei konnte mit Metronidazol, Ciprofloxacin, Clarithromycin und Cotrimoxazol eine signifikante Reduktion der Erkrankungsaktivität erzielt werden. Aufgrund der Nebenwirkungen werden systemische Koritkosteroide aber nur für eine Kurzzeitbehandlung und keinesfalls in der Erhaltungstherapie eingesetzt. Der ECCO-Konsens stuft auch 5-ASA als nicht effektiv in der Erhaltungstherapie ein, berichtete Annese. Wirksam zeigen sich Immunsuppressiva und allgemein bestehe Einigkeit, dass Thiopurine in der Erhaltungstherapie indiziert sind, wenn mit Steroiden eine klinische Remission erreicht wurde als auch bei Patienten mit einem hohen Rückfallrisisko.

Quelle: 6th Congress of ECCO, 10 year ECCO Anniversary, 24. bis 26. Februar 2011, Dublin, Inflammatroy Bowel Diseases, 9th IBD Advanced Course

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