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Foto: MHH-Pressestelle
Dr. Tim Lankisch (links) und PD Dr. Jochen Wedemeyer.
 
Gastroenterologie 6. April 2011

Gallensaftanalyse zeigt Tumoren

Ein neuer Test ermöglicht die Unterscheidung zwischen Krebs der Gallengänge und chronischen Entzündungen mit hoher Empfindlichkeit.

Forscher der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) untersuchten 107 Gallensäfte von Patienten mit Gallengangsverschluss. Der Gallensaft wurde im Rahmen einer Endoskopieuntersuchung der Gallengänge entnommen, der so genannten endoskopisch retrograden Cholangiopankreatikographie (ERCP). Anschließend wurde das Eiweißmuster der Flüssigkeit mit einer neu entwickelten Proteomanalyse charakterisiert. So konnten sie bei den meisten Patienten einen bösartigen Tumor der Gallengänge, ein sogenanntes cholangiozelluläres Karzinom (CCC), von einer Gallengangsentzündung unterscheiden – insbesondere bei Patienten mit einer primär sklerosierenden Cholangitis (PSC), die ein Risikofaktor für ein Gallengangskarzinom ist. „Bisher wird versucht, Krebs der Gallenwege mit Hilfe von Blutuntersuchungen, Computertomografien, Sonografien und ERCP frühzeitig zu erkennen. Doch diese Methoden erkennen die Krankheit oft zu spät, weil zwischen chronischen Entzündungen und Karzinom nicht genau genug unterschieden werden kann. Für eine wirksame Therapie ist es dann oft zu spät“, sagt Dr. Lankisch.

Lankisch, T. O. et al.: Hepatology 2011; 53 (3): 875–84

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