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Gastroenterologie 2. März 2011

Ibuprofen und ASS senken Sterblichkeit

Wer längerfristig Acetylsalicylsäure oder Ibuprofen einnimmt und dann an Darmkrebs erkrankt, hat ein um nahezu 20 Prozent niedrigeres Risiko, an seiner Krankheit zu versterben.

Die Forscher des Nationalen Centrums für Tumorerkrankungen (NCT) Heidelberg und des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) untersuchten, welchen Effekt die Einnahme NSAR auf die Schwere und den Verlauf von Darmkrebs hat. 1.700 Patienten wurden zum Zeitpunkt der Krebsdiagnose dazu befragt, wie oft und wie lange sie NSAR eingenommen hatten. Danach wurden sie acht Jahre weiter beobachtet. Die Einnahme von ASS oder Ibuprofen milderte die Schwere der Krebserkrankung bei vielen. Die Sterblichkeitsrate war um fast 20 Prozent gesenkt. Wer seit zwei Jahren vor der Diagnose NSAR eingenommen hatte, entwickelte seltener Tumoren in dem Teil des Darms, der näher am Dünndarm liegt und eine schlechtere Prognose hat. Eine Einnahmezeit von über zwei Jahren wirkte protektiv. Eine längere Behandlungszeit brachte keinen zusätzlichen Schutz. „Ob ASS Ibuprofen überlegen ist, können wir aufgrund der vorliegenden Daten nicht sagen“, sagt Studienautorin Prof. Dr. Cornelia Ulrich vom NCT Heidelberg. „Wir vermuten, dass es eher auf die Dosierung und die Dauer der Einnahme ankommt als auf einen bestimmten Wirkstoff dieser Medikamentenklasse.“ Auch sei noch unklar, worauf der positive Effekt auf die Sterblichkeitsrate zurückzuführen ist.

Quelle: Coghill, A. E. et al: Gut 2010; doi:10.1136/gut.2010.221143

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