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Gastroenterologie 19. Oktober 2010

CED erhöhen Thromboserisiko

Patienten mit chronisch entzündlichen Darmerkrankungen haben nicht nur ein erhöhtes Risiko für eine Erst-, sondern auch für eine neuerliche Thrombose.

Dass CED einen Risikofaktor für das Auftreten von venösen Thrombosen (VTE) darstellen, konnte bereits 2004 nachgewiesen werden (Miehsler, W. et al: Gut 2004; 53: 542–8). Unklar war jedoch, ob sie auch das Risiko für Rethrombosen erhöhen und deshalb eine längerdauernde Gerinnungshemmung anzustreben ist. Ein Team unter der Leitung von Prof. Dr. Gottfried Novacek, Universitätsklinik für Innere Medizin III der MedUni Wien, führte eine Multicenter-Studie durch, in die 14 führende CED-Zentren in Österreich eingebunden waren. 2.811 Personen mit CED wurden nach einer früheren Thrombose untersucht. In der Folge wurde die Rethromboserate bei CED-Patienten mit der eines Kontrollkollektivs verglichen (Austrian Study on Recurrent Venous Thromboembolism-AUREC, Leitung: Prof. Dr. Paul A. Kyrle). Sowohl die für den Vergleich herangezogenen 86 CED-PatientInnen als auch die 1.255 Kontrollpersonen hatten als erste Thrombose eine tiefe Arm- oder Beinvenenthrombose und/oder eine Lungenembolie, die spontan auftraten. Fünf Jahre nach Beendigung der Gerinnungshemmung nach der ersten Thrombose erlitten 33 Prozent der CED-Patienten, aber nur 22 Prozent der Kontrollpersonen eine neuerliche Thrombose. Damit konnte CED als unabhängiger Risikofaktor für eine Thrombosebildung bestätigt werden, was die Therapieentscheidung beeinflussen kann. „Selbstverständlich ist dabei das eventuell erhöhte Risiko für eine durch die Gerinnungshemmung provozierte Blutung zu beachten“, so Novacek.

Quelle: Novacek, G. et al.: Gastroenterology 2010; 139(3): 779–87; doi:10.1053/j.gastro.2010.05.026

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