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Foto: photos.com
Kreuzblütler wie Brokkoli und Karfiol enthalten Sulforaphan.
 
Gastroenterologie 17. August 2010

Brokkoli verstärkt die Wirkung von Sorafenib

Sorafenib scheint auch bei Bauchspeicheldrüsenkrebs wirksam zu sein, allerdings nur kurze Zeit – es sei denn, es wird mit Sulforaphan kombiniert.

In Versuchen an Krebszellen und Mäusen zeigten Wissenschaftler der Chirurgischen Universitätsklinik Heidelberg in Zusammenarbeit mit dem deutschen Krebszentrum, dass Sorafenib typische Eigenschaften von Krebsstammzellen aus Bauchspeicheldrüsentumoren hemmt und das Tumorwachstum stark reduziert. Dieser Effekt hielt allerdings nur kurz an, und nach vier Wochen hatten sich erneut kleine Kolonien der Krebsstammzellen gebildet, die nun nicht mehr auf eine weitere Behandlung mit Sorafenib reagierten. „Vermutlich hängt diese Resistenz mit einem bestimmten Stoffwechselweg zusammen, dem NF-κB-Signalweg, den Sorafenib aktiviert“, erklärt Vanessa Rausch, Nachwuchsforscher und Erstautorin des Artikels. Wirkstoffe, die genau diesen unerwünschten NF-κB-Signalweg blockieren, liefert die Natur: Kreuzblütler wie beispielsweise Brokkoli und Karfiol haben einen hohen Gehalt an Sulforaphan. Durch Versuche wurde gezeigt, dass Sulforaphan die Aktivierung des NF-κB-Signalwegs durch Sorafenib verhindert. Die Kombinationsbehandlung verstärkte die Wirkung von Sorafenib, ohne dabei zusätzliche Nebenwirkungen zu verursachen. Die Krebszellen konnten keine Absiedelungen mehr bilden, die Metastasierungsfähigkeit war in der Zellkultur komplett aufgehoben.

Quelle: Rauch, V. et al.: Cancer Research 2010; 70 (12): 5004–13; doi: 10.1158/0008-5472.CAN-10-0066

MedUni Heidelberg/PH, Ärzte Woche 29 /2010

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