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Foto: Privat
Mag. Patricia Herzberger Redaktion
 
Gastroenterologie 5. Juli 2010

Editorial

Von blinden Passagieren und neuartigen Diäten

Wenn das so ist, dann werde sie anlässlich der über uns hereingebrochenen Bikini-Saison ihren Arzt dazu überreden, ihr eine Antibiotikadiät zu verschreiben, sagte unlängst ein junges Mädel zu mir, nachdem sie erfahren hatte, dass ein guter Teil unseres Körpergewichts gar nicht „aus uns“ besteht, sondern aus unsichtbar winzigen Lebensformen, die wir mit uns herumschleifen. Gut, die erste Reaktion war nicht die Idee mit der Ganzkörper-Eradikationskur, sondern ein vor Ekel verzogenes Gesicht, begleitet von einem langgezogenen „Iiiiiih!“

Dabei ist mittlerweile erwiesen, dass wir sogar eine Verantwortung gegenüber diesen blinden Passagieren tragen: „Wir und diese Mikroben stehen in einer symbiotischen Wechselbeziehung zueinander“, erklärte der Pathologe Dr. Gregor Gorkievicz aus Graz bei der 43. Jahrestagung für Gastroenterologie und Hepatologie, die vom 17. bis 19. Juni in Ried im Innkreis stattgefunden hat. „Somit wird klar, dass die Funktion unseres Darmtraktes nicht nur durch die Darmzellen selbst bedingt wird, sondern auch durch die bakteriellen Zellen, die das Organ besiedeln.“

Der Zusammenhang zwischen chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen und der Darmflora wurde bei der Jahrestagung von Prof. Dr. Eduard F. Stange aus Stuttgart beleuchtet (Darmflora und Pathogenese ).

Weitere Erkrankungen, die in Ried im Innkreis diskutiert wurden, waren die funktionellen Krankheitsbilder Reizmagen und Reizdarm, über die Prof. Dr. Clemens Dejaco, MedUni Wien, referierte (Reizmagen und Reizdarm ).

Weiters schilderte Prim. Prof. Dr. Peter Knoflach vom Klinikum Wels die diagnostische und therapeutische Vorgehensweise bei der Divertikulose, die durchaus als Volkserkrankung bezeichnet werden kann (Volkserkrankung Divertikulose ).

Zum Abschluss des aktuellen Fokus Gastroenterologie berichtet Prof. Dr. Markus Peck-Radosavljevic, MedUni Wien, über eine bemerkenswerte Erkenntnis: Kaffee hat einen dosisabhängigen protektiven Effekt auf die Leber (Kaffee stoppt Leberkrebs ).

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