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Gastroenterologie 1. Jänner 2010

CMV-Kolitis

GRUNDLAGEN: Das Zytomegalievirus (CMV) ist erwiesenermaßen eine Ursache letaler Infektionen bei Patienten mit einer Immundysfunktion, wohingegen es bei nicht immungeschwächten Personen vielfach asymptomatisch verläuft oder zu leichten, selbst begrenzenden Infektionen führt.

METHODIK (FALLBESCHREIBUNG): Wir beschreiben den Fall eines durch CMV hervorgerufenen fulminanten toxischen Megakolons bei einem immunkompetenten Patienten. Trotz umfassender Aufarbeitung blieb die ätiologische Diagnose unklar. Da bei dem Patienten eine schwere Sepsis vorlag, hatte er sich einer notfallmäßigen subtotalen Kolektomie und Splenektomie aufgrund einer Milzentzündung und einer Verwachsung mit dem Kolon zu unterziehen. Der histopathologische Befund zeigte eine CMV-Kolitis mit akuter septischer Splenitis. Postoperativ erholte sich der Patient nach einem längeren Krankenhausaufenthalt gut und wurde entlassen.

ERGEBNISSE UND SCHLUSSFOLGERUNGEN: Eine CMV-Kolitis ist bei immunkompetenten Individuen ein seltenes Ereignis. Zeigt ein Patient die typischen Manifestationen einer Kolitis und bleibt die Diagnose nach der üblichen Aufarbeitung unklar, besteht der Verdacht auf CMV-Kolitis. Auch nach einer endoskopischen Biopsie, die diesbezüglich als Goldstandard erachtet wird, kann die Diagnose unklar bleiben, da die Biopsie, wie in unserem Fall, möglicherweise nicht in einem repräsentativen Bereich durchgeführt wurde. In einer derartigen Situation sollte man die CMV-Untersuchung von Plasma und Gewebe mittels PCR-Tests in Erwägung ziehen, um zu einer gesicherten Diagnose zu kommen. So kann die antivirale Therapie zum frühestmöglichen Zeitpunkt eingeleitet werden, da die Mortalität bei verzögerter Diagnose inakzeptabel ist.

A. B. Khan, B. Al Mussallam, W. Al Shakweer, R. Al Badri, European Surgery 1/2010

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