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Gastroenterologie 20. Jänner 2010

Neuigkeiten aus der Arbeitsgruppe CED innerhalb der ÖGGH

 

Walter Reinisch, Wien

Vernetzung nach allen Richtungen

Das primäre Anliegen der Arbeitsgruppe CED besteht in der Förderung einer hochqualitativen und flächendeckenden Versorgung unserer Patienten. Dieses Ziel wird durch Aktivitäten auf verschiedenen Ebenen verfolgt. Auf politischer Ebene wird durch Kontakte mit Mitgliedern der Bundesgesundheitsagentur versucht, CED in den Österreichischen Strukturplan Gesundheit aufnehmen zu lassen. An das Bundesinstitut für Qualität im Gesundheitswesen ist ein Projekt zur Schaffung von Qualitätsstandards für CED in Österreich herangetragen worden. In Wien wurde zudem ein Reformpoolprojekt zur integrierten Versorgung von CED zwischen intra- und extramuralem Bereich eingereicht.

Zusammenarbeit mit dem erstbegutachtenden Allgemeinmediziner

Ein wesentlicher Bestandteil des extramuralen Bereiches stellen AllgemeinmedizinerInnen als erste Anlaufstelle und konstante Partner in der Versorgung von CED-Patienten dar. In diesem Sinne wurde mit der Österreichischen Gesellschaft für Allgemeinmedizin (ÖGAM) ein Konsensuspapier zur integrierten Betreuung unserer Patienten erstellt. Zudem wurde ein 10 Fragen umfassender Erhebungsbogen zur rascheren Erkennung von CED (CED-Check) erarbeitet. Dieser wird nun in einer gemeinsamen Studie mit der ÖGAM der Validierung unterworfen.

 

Als Basis einer hochqualitativen Versorgung von CED-Patienten müssen auch standardisierte Vorgangsweisen in Diagnostik und Therapie gesehen werden. Diesbezüglich kann die Arbeitsgruppe CED nun Erhebungsbögen für die Erfassung der Symptomatik der Patienten zur Verfügung stellen sowie Flussdiagramme, welche die Abfolge der therapeutischen Maßnahmen darstellen.

Safety-Check für den Einsatz von Biologika

Weiters wurde ein Safety-Check erarbeitet, der ÄrztenInnen helfen soll, die sichere Anwendung von Biologika zu fördern (siehe www.oeggh.at). Zur Fortbildung im Rahmen CED kann die Arbeitsgruppe mit der CED-Schule, dem Biologika Circle, dem Mondsee Meeting und den Arbeitsgruppentreffen in Weyregg ein Stufenmodell zur Vertiefung in die Materie anbieten. Der „AESCA CED Preis“ für die besten wissenschaftlichen Arbeiten wurde heuer zum zweiten Mal vergeben.

Preis an Stefanie Kulnigg für die Arbeit an „Anämie bei IBD“

Stefanie Kulnigg wurde prämiert mit € 3.500,- für die Arbeiten „A novel intravenous iron formulation for treatment of anemia in inflammatory bowel disease: the ferric carboxymaltose (FERINJECT) randomized controlled trial. Am J Gastroenterol 2008 May;103(5):1182-1192”, in der von der Non-Inferiorität einer intravenösen Eisen-Carboxymaltose-Therapie im Vergleich zu oralem Eisensulfat in der Behandlung der CED-assoziierten Anämie berichtet wird, und „Rapid recurrence of IBD-associated anemia and iron deficiency after intravenous iron sucrose and erythropoietin treatment. Am J Gastroenterol 2009 Jun;104(6):1460-1467”, worin die rasche Rekurrenz eines CED-assoziierten Eisenmangels nach Eisentherapie beschrieben wird, der durch das Streben nach adäquaten Ferritin Serumspiegeln verzögert werden kann.

Preis für Vergleichsstudie Koloskopie versus MR-Enteroklysma

Stavroula Koilakou’s Arbeit „Endoscopy and MR enteroclysis: Equivalent tools in predicting clinical recurrence in patients with Crohn‘s disease after ileocolic resection. Inflamm Bowel Dis 2009 Jun 5”, welche die Gleichwertigkeit von postoperativer Kolonoskopie und MR-Enteroklysma in der Prädiktion klinischer Rezidive bei Morbus Crohn nahelegt, wurde mit € 2.500,- ausgezeichnet.

Tätigkeit auf europäischer Ebene

Auf europäischer Ebene bietet die individuelle Mitgliedschaft innerhalb der Europäischen Crohn und Colitis Organisation (ECCO) die hervorragende Möglichkeit, über Netzwerke Kenntnisse und Wissen auszutauschen und rasch im eigenen Bereich umzusetzen. ECCO ist innerhalb kurzer Zeit zu einem Erfolgsprinzip erwachsen, das unter anderem folgendes zu bieten hat: ECCO Congress, ECCO News, ECCO Workshops, ECCO School, Consensus: CD, UC, Opportunistic Infections, JCC free, IBDIS free.

 

Bitte tragen Sie den Geist von ECCO an Ihr Zentrum und werden Sie Mitglied (Membership Anmeldung: www.ecco-ibd.eu). Die Arbeitsgruppe ist ambitioniert, CED über den Tellerrand der Gastroenterologie hinauszutragen und plant größere Aktivitäten zur öffentlichen Awareness in Österreich für das Jahr 2010.

Zur Person
Univ.-Prof. Walter Reinisch
Klinische Abteilung Gastroenterologie und Hepatologie
Universitätsklinik Innere Medizin III
Medizinische Universität Wien
Währinger Gürtel 18-20
1090 Wien
Fax: ++43/1/40400-4735
E-Mail:

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