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Foto: www.wienkav.at (?)
Die Kapsel misst 26 x 11 mm und ist mit Lichtquelle, Mini-Kamera und Sendereinheit ausgestattet.
 
Gastroenterologie 3. November 2009

Hunderte Dünndärme „ausspioniert“

Im Oktober wurde an der Wiener Rudolfstiftung die 500. Kapselendoskopie durchgeführt.

Seit Einführung der Kapselendoskopie an der Rudolfstiftung im Jahr 2003 kann erstmals eine genaue Diagnostik des Dünndarms durch direkte Darstellung der Schleimhaut erfolgen.

 

„Mit mehr als 100 Kapselendoskopien im Jahr ist die 4. Medizinische Abteilung mit Gastroenterologie und Hepatologie österreichweit eines der führenden Zentren für Erkrankungen des Dünndarms“, stellt Prof. Dr. Christian Madl, Vorstand der Abteilung, fest.

Hauptindikation Dünndarmblutung

Hauptindikation für diese Spezialuntersuchung ist die gastrointestinale Blutung, deren Quelle weder in einer Gastroskopie noch in einer Koloskopie gefunden werden kann, sowie der Verdacht auf entzündliche Erkrankungen oder Tumore im Dünndarm. „Die Kapselendoskopie stellt die schonendste und aussagekräftigste Untersuchung für den durch Gastroskopie bzw. Koloskopie nicht abdeckbaren Bereich des Dünndarms dar“, beschreibt Dr. Thomas Pachofszky, für die Kapselendoskopie zuständiger Facharzt, die Untersuchung. „Der Dünndarm kann somit über die gesamte Länge von sechs Meter eingesehen werden“, so der bei allen 500 Untersuchungen federführend verantwortliche Arzt weiter.

Mit Minikamera ausgestattete Kapsel

Bei der Kapselendoskopie schluckt der Patient eine 26 x 11 mm große mit Lichtquelle, Mini-Kamera und Sendereinheit ausgestattete Kapsel, die den Magen-Darm-Trakt durchwandert und auf natürlichem Wege über den Darm ausgeschieden und nicht wieder verwendet wird. Die Kamera sendet dabei zwei Bilder pro Sekunde aus dem Inneren des Körpers an einen Datenrekorder, den der Patient bei sich trägt. Diese Bilder werden nach Abschluss der Untersuchung in einen Computer überspielt und von einem endoskopisch erfahrenen Arzt ausgewertet.

Während der ambulant durchgeführten Untersuchung, die etwa neun Stunden dauert, kann sich der Patient völlig frei bewegen und seinem normalen Tagesablauf nachgehen. Als einzige Vorbereitung ist die Einhaltung einer definierten Nüchternperiode erforderlich.

Durch die hohe optische Auflösung der Kamera und die direkte Beurteilung der Dünndarmschleimhaut, können auch kleine pathologische Veränderungen im Schleimhautniveau erkannt werden, die selbst modernste Schnittbildverfahren wie CT oder MR häufig nicht erkennen können.

 

Quelle: Krankenanstalt Rudolfstiftung

Wienkav/PH, Ärzte Woche 45 /2009

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