zur Navigation zum Inhalt
 
Gastroenterologie 1. September 2009

Zahl der Leberkarzinome steigt

Hepatitis C begünstigt die Erkrankung noch nach Jahrzehnten.

Statistiken der britischen Cancer Research UK zeigen einen drastischen Anstieg primärer Leberkarzinome in Großbritannien: Sie haben sich in den letzten 30 Jahren verdreifacht.

Diagnostizierte Krebserkrankungen haben in den letzten Jahrzehnten allein schon aufgrund der gestiegenen Lebenserwartungen und der verbesserten Erkennungsmöglichkeiten zugenommen. Experten argumentieren, dass Infektionen mit Hepatitis C, Alkoholmissbrauch und Fettsucht auch entscheidend zur Zunahme der Erkrankungen insbesondere des Leberkarzinoms beigetragen haben.

Primärtumore entstehen häufig als Folge einer Zirrhose, die ihrerseits mit diesen Risikofaktoren in Zusammenhang steht. Prof. Dr. Matt Seymour, Gastroenterologe an der University of Leeds, berichtet, dass in Großbritannien immer mehr Patienten mit einer Zirrhose und daher auch häufiger mit primären Leberkarzinomen behandelt werden, und es sei anzunehmen, dass sich dieser Trend fortsetzt.

Seymour erklärt, dass es zu einer langen Verzögerung zwischen dem Bestehen der Risikofaktoren und dem Einsetzen einer Krebserkrankung kommt, weshalb es Jahrzehnte dauern kann, bis sich nach einer Hepatitis C-Infektion eine Leberkrebs-Erkrankung manifestiert. Übrigens wissen acht von zehn Menschen mit Hepatitis C nicht, dass sie das Virus überhaupt in sich tragen. Auch wenn die Infektionszahlen derzeit rückläufig sind, wird es noch einige Jahre dauern, bis die Anzahl der Folgeerkrankungen ebenfalls sinkt, nimmt Seymour an.

Adipositas wird derzeit als eine der Hauptursachen für Erkrankungen der Leber angesehen. Zirrhosen aufgrund hohen Alkoholkonsums haben in Großbritannien in den letzten Jahren extrem zugenommen.

 

 www.cancerresearchuk.org

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Mehr zum Thema

<< Seite 1 >>

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben