zur Navigation zum Inhalt
 
Gastroenterologie 1. Juli 2009

CO2 Insufflation in der Koloskopie verringert signifikant post-interventionelle Schmerzen bei tief sedierten Patienten: Eine randomisiert kontrollierte Studie

EINFÜHRUNG: Die Verwendung von Luft als Insufflationsgas in der Koloskopie ist weit verbreitet. Es gibt jedoch Studien, die bei nicht oder leicht sedierten Patienten eine Reduzierung der abdominellen Schmerzen nach einer Koloskopie mit CO2 Gas nachgewiesen haben. Das Ziel dieser Studie war die Effektivität von CO2 Gas nach einer Koloskopie bei moderaten und stark sedierten Patienten zu beurteilen. Zusätzlich wurde untersucht, ob die Verwendung von CO2 die Bereitschaft der Patienten beeinflusst, sich später freiwillig einer Koloskopie als Darmkrebsvorsorge zu unterziehen. PATIENTEN UND METHODE: Dreihundert konsekutive Patienten wurden in zwei Gruppen randomisiert (CO2 versus Luft). Die Koloskopie wurde in tiefer Sedierung (Propofol) oder in moderater Sedierung (Propofol mit Midazolam) durchgeführt. Post-interventionelle Schmerzen und Zufriedenheit wurden anhand einer visuellen 10 Punkte Analog Skala (VAS) ermittelt. Die Bereitschaft sich erneut einer Koloskopie zur Darmkrebsvorsorge zu unterziehen wurde separat erfragt. ERGEBNIS: Bei 157 Patienten wurde CO2 und bei 143 Patienten Luft als Insufflationsgas verwendet. Beide Gruppen waren vergleichbar in Bezug auf Alter, Geschlecht und BMI. Es wurden keine Komplikationen beobachtet. In der CO2 Gruppe traten sowohl 15 Minuten, 30 Minuten als auch 6 Stunden nach der Koloskopie signifikant weniger Schmerzen auf (p < 0.01). Zwölf Stunden danach konnte kein Unterschied festgestellt werden. Die Patientenzufriedenheit zeigte zu allen Zeitpunkten keinen Unterschied. Die Bereitschaft der Patienten sich freiwillig einer späteren Darmkrebsvorsorge zu unterziehen wurde durch die Verwendung von CO2 nicht beeinflusst. ZUSAMMENFASSUNG: Bei moderaten und tief sedierten Patienten hat CO2 als Insufflationsgas keinen Einfluss auf die Patientenzufriedenheit und die Patienten-bereitschaft sich einer Darmkrebsvorsorge zu unterziehen. Eine Reduzierung der post-interventionellen Schmerzen konnte dennoch beobachtet werden.

Stefan Riss, Belgin Akan, Barbara Mikola, Erwin Rieder, Judith Karner-Hanusch, Dragos Dirlea, Martina Mittlböck, Friedrich Anton Weiser, Wiener klinische Wochenschrift 13/14/2009

Volltext dieses Beitrags / entire article auf SpringerLink

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Mehr zum Thema

<< Seite 1 >>

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben