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Endokrinologie 5. Juli 2007

Östrogentherapie und Koronare Plaques

Wichtige Marker der atheromatösen Plaque-Belastung sind verkalkte Plaques in den Koronargefäßen. Mit ihrer Hilfe kann das Risiko kardiovaskulärer Ereignisse vorausgesagt werden (Manson J E NEJM 2007 June 21).
Eine Teilstudie des Women’s Health Initiative Trial verglich konjugierte Pferdeöstrogene (0,625 täglich) bei hysterektomierten Frauen zwischen 50 und 59 Jahren mit Placebo. Nach einer im Mittel 7,4 Jahre dauernden Medikation wurde eine Herz-Computertomographie durchgeführt.

Kalklast deutlich geringer

Die mittlere Belastung mit Koronar­arterienkalk nach Studienabschluss war mit Östrogen niedriger (83,1), ohne Östrogen höher (123,1). Nach Adjustierung um koronare Risikofaktoren betrugen die Odds Ratios für Koronararterienkalk-Scores von mehr als 0, 10 oder mehr und 100 oder mehr in der Östrogengruppe im Vergleich zur Placebogruppe 0,78 (Konfidenzintervall 0,58 bis 1,04), 0,74 (0,55 bis 0,99) beziehungsweise 0,69 (0,48 bis 0,98). Die entsprechenden Odds Ratios bei Frauen mit mindestens 80-prozentiger Adhärenz an die Studienbehandlung mit Östrogen oder Placebo betrugen 0,64 (p=0,01), 0,55 (p<0,001) und 0,46 (p=0,001). Bei Koronararterienkalk-Scores über 300 (vs.<10) betrug die multivariante Odds Ratio 0,58 (p=0,03) in einer Intention-to-treat-Analyse und 0,39 (p=0,004) bei Frauen mit mindestens 80 Prozent Adhärenz.
Die Belastung mit Kalkplaques war also in der Verumgruppe nach Abschluss der Studie niedriger als in der Placebogruppe. Das kardiovaskuläre Risiko und andere Out­comes könnten jedoch durch die komplexe biologische Wirkung des Östrogen auch anderweitig beeinflusst werden, meinen die Studienautoren.

Dr. Rainer Schröckenfuchs, Ärzte Woche 27/2007

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