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Endokrinologie 15. Februar 2016

Gehirnerschütterung erhöht Suizidrisiko

Serotoninhaushalt gerät durcheinander.

Ein Schädel-Hirn-Trauma sollte nicht unterschätzt werden, warnen Forscher aus Übersee.

Gehirnerschütterungen erhöhen das Suizidrisiko einer kanadischen Studie zufolge um das Dreifache. Die Gefahr eines Selbstmords ist demnach noch größer, wenn sich die Gehirnerschütterung an einem Wochenende ereignet. Bei Männern ist die Suizidrate außerdem doppelt so hoch wie bei Frauen. Die Ergebnisse der im Canadian Medical Association Journal erschienenen Studie bestätigen frühere Untersuchungen, wonach Gehirnerschütterungen dauerhafte physiologische Veränderungen auslösen können, die einem medizinischen Scanner verborgen bleiben. Es soll dabei um Störungen des zum Wohlbefinden beitragenden Botenstoffs Serotonin im Hormonhaushalt gehen.

„Weil die Symptome wie Schwindel oder Kopfschmerzen nach einer Gehirnerschütterung rasch sistieren, neigen die Ärzte dazu, deren Auswirkungen zu unterschätzen“, hob der Hauptverfasser der Studie, Donald Redelmeier von der Universität Toronto hervor. Eine stärkere Beachtung der Folgen von Gehirnerschütterungen könnte nach seiner Einschätzung wegen der Wirksamkeit von Suizidprävention Leben retten. In Kanada gebe es jährlich 400.000 Fälle von Schädel-Hirn-Trauma, in den USA vier Millionen. Suizid gehört in beiden Ländern zu den häufigsten Todesursachen. Im Jahr 2010 waren es in Kanada 3.951, in den USA 38.364 Fälle. Die Autoren der Studie untersuchten die Krankengeschichte von 235.110 Patienten, die während eines Zeitraums von 20 Jahren in der kanadischen Provinz Ontario eine Gehirnerschütterung erlitten.

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