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Endokrinologie 29. April 2014

Evaporation von freiem Wasser führt zur Entwicklung einer Konzentrationsalkalose in vitro

Grundlagen: Die Entstehung einer metabolen Alkalose wurde bei Patienten mit Hypernatriämie beschrieben, die Ursachen hierfür sind unklar. Die aktuelle Studie dient der Klärung, ob eine metabole Alkalose in vitro nach Evaporation freien Wassers entsteht und ob diese durch ein mathematisches Modell berechnet werden kann.

Methodik: Zehn Serumproben gesunder Probanden wurden um 29 % durch Vakuumzentrifugation dehydriert einer Zunahme der enthaltenen Konzentrationen von 41 % entsprechend. Ein konstantes pCO2 von 40 mmHg wurde mittels einer mathematischen Korrektur des pH simuliert. Der metabole Säure-Basen Haushalt wurde anhand der Base Excess Subgruppen von Gilfix analysiert. Die Veränderungen des Säure-Basen Haushalts wurden anhand des physikalisch-chemischen Modells von Watson errechnet.

Ergebnisse: Serum Natrium stieg von 141 (140–142) auf 200 (197–203) mmol/L, einer schweren Hypernatriämie entsprechend. Die Säure-Basen Analyse zeigte vor und nach Konzentration eine metabole Alkalose mit Alkalämie: (pH(40) 7,43 (7,41–7,45) vs 7,53 (7,51–7,55), p = 0,0051; base excess 1,9 (0,7–3,6) vs 10,0 (8,2–11,8), p = 0,0051; base excess of free water 0,0 (−0,2–0,3) vs 17,7 (16,8–18,6)), p = 0,0051. Der azidifizierende Effekt der durch die Konzentration entstandenen Hyperalbuminämie lag unter dem alkalinisierenden Gesamteffekt. Die gemessenen Säure-Basenveränderungen korrelierten gut mit den mathematisch vorhergesagten.

Schlussfolgerungen: Evaporation von freiem Wasser führt zu einer Konzentrationsalkalose in vitro mit gutem Übereinstimmen zwischen gemessenen und mathematisch errechneten Werten. Zumindest ein Teil der im Rahmen einer Hypernatriämie beobachteten metabolen Alkalose scheint von der Nierenfunktion unabhängig zu sein.

Gregor Lindner, Daniel Doberer, Christoph Schwarz, Bruno Schneeweiss, Assoc. Prof. Georg-Christian Funk, Wiener klinische Wochenschrift 7/8/2014

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