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Mit Vollkornbrot statt Weißbrot kann der Diabetes verzögert oder verringert werden.
 
Endokrinologie 4. Dezember 2013

Ernährung beeinflusst Diabetes-Risiko

Hohe Aufnahme von Getreideballaststoffen beeinflusst Insulinempfindlichkeit günstig.

Eine Ernährung, die nur wenig zuckerhaltige Erfrischungsgetränke, Fleischprodukte und Weißbrot enthält, ist mit einem verminderten Typ-2-Diabetes-Risiko verbunden. Dies ist das Ergebnis einer großen Langzeit-Beobachtungsstudie, welche die Ernährungsgewohnheiten von Menschen aus sieben europäischen Ländern untersuchte.

Das Forscherteam um Janine Kröger und Matthias Schulze vom Deutschen Institut für Ernährungsforschung (DIfE) untersuchten in ihrer Studie insgesamt fünf spezifische Ernährungsmuster im Hinblick auf das Diabetesrisiko. Dabei beobachteten sie, dass insbesondere solche Ernährungsweisen, die wesentlich durch einen geringen Verzehr von zuckerhaltigen Erfrischungsgetränken, Fleischprodukten und Weißbrot charakterisiert sind, mit einem verminderten Diabetesrisiko in Zusammenhang standen. In die Studie flossen die Daten von 21.616 Frauen und Männern ein, von denen 9.682 während der Beobachtungszeit an Typ-2-Diabetes erkrankten.

Nur wenige Studien haben bislang die Zusammenhänge zwischen diesen Ernährungsmustern und dem Auftreten einer Typ-2-Diabetes-Erkrankung untersucht. Um mehr über sie in europäischen Bevölkerungsgruppen zu erfahren, überprüften die Forscher das Ernährungsverhalten von Studienteilnehmern aus Frankreich, Spanien, Großbritannien, den Niederlanden, Schweden, Dänemark und Deutschland, die an der European Prospective Investigation into Cancer and Nutrition (EPIC)-InterAct-Studie* teilnahmen. Das Besondere an der Studie ist, dass sie prospektiv konzipiert ist.

Ernährungsgewohnheiten durch Fragebögen erfasst

Die Rekrutierung der Studienteilnehmer erfolgte europaweit von 1991 bis 2000. Die Wissenschaftler befragten die Teilnehmer mithilfe von Fragebögen, wie oft sie bestimmte Lebensmittel in den vergangenen zwölf Monaten verzehrt hatten. In der sich an die Befragung anschließenden, durchschnittlichen Nachbeobachtungszeit von zwölf Jahren erkrankten 12.403 Teilnehmer an Typ-2-Diabetes, wobei 2.721 von der Datenauswertung ausgeschlossen wurden, da bei ihnen die Angaben zu den Ernährungsgewohnheiten oder zum Lebensstil nicht vollständig waren.

„Wie unsere Datenanalyse zeigt, haben Menschen, die viel verarbeitetes Fleisch, zuckerhaltige Erfrischungsgetränke sowie Weißbrot konsumieren, ein höheres Diabetes-Risiko als Menschen, die weniger von diesen Lebensmitteln essen bzw. trinken. Dabei lässt sich nur ein Teil dieses Zusammenhangs durch das Körpergewicht erklären“, sagt Janine Kröger, Erstautorin der Studie. „Unsere Ergebnisse decken sich zudem mit anderen Daten aus Beobachtungsstudien sowie mit Resultaten klinischer Studien. In diesen beeinflusst z. B. eine hohe Aufnahme von Getreideballaststoffen die Insulinempfindlichkeit der Körperzellen günstig. In Deutschland wie auch in anderen Ländern ist deutlich zu beobachten, dass Menschen, die regelmäßig Vollkornbrot anstelle von Weißbrot verzehren, seltener oder später an Diabetes erkranken“, erklärt Matthias Schulze, Leiter der Abteilung Molekulare Epidemiologie am DIfE.

* EPIC-InterAct-Studie ist ein Teilprojekt der EPIC-Studie, die Zusammenhänge zwischen Ernährung, Krebs und anderen chronischen Erkrankungen wie Typ-2-Diabetes untersucht.

Originalpublikation: Kröger, J. et al., Diabetologia 2013; DOI: 10.1007/s00125-013-3092-9

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