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Endokrinologie 26. November 2013

Diagnose einer Zöliakie bei Patienten mit Lymphom in der Anamnese – wichtige, die Diagnose beeinflussende Faktoren

Ziel: Identifikation von Fehlermöglichkeiten bei der Diagnosestellung einer Zöliakie bei Patienten mit Lymphom in der Anamnese.

Methodik: Es wurde bei insgesamt 103 Patienten mit einem Lymphom in der Anamnese eine Bestimmung der Anti-Gewebs Transglutaminase Antikörper (atTGA) und deren Klasse A, G, und M Immunglobulin (IgA, IgG) Konzentrationen durchgeführt. Patienten mit positivem atTGA Nachweis wurden einer Darmbiopsie unterzogen. Außerdem wurden sie auf Vorliegen des Zöliakie-assoziierten HLA-Lokus untersucht.

Ergebnisse: Das mittlere Alter der Patienten lag bei 55 Jahren ( ± 13,5). Die Patienten hatten folgende Lymphomtypen: B-Typ Non-Hodgkin Lymphom (B-NHL) 66 %, T-Typ NHL 8 %, und Morbus Hodgkin: 26 %. Bei 3,9 % der Patienten wurde ein positiver Test im Serum erhoben. Bei einem Patienten wurde die Diagnose durch Darmbiopsie bestätigt. Bei 11 (10,7 %) Patienten waren die IgA Konzentrationen in verschiedenem Ausmaß erniedrigt; 10 dieser Patienten hatten auch erniedrigte IgG Spiegel. Die mediane Zeit vom Follow-up zur Blutabnahme war 58 Monate (32–104). Der Abfall der Immunglobuline korrelierte mit dem Ausmaß des Fortschreitens des Tumorstadiums (Ann Arbor III–IV) zum Zeitpunkt der Diagnose [IgA 1,4 (0,9–2,0) g/l versus 2,4 (1,5–3,0) g/l; p = 0,0001 und IgG 9,4 (7,2–11,5) g/l versus 11,2 (10,3–12,3) g/l; p = 0,001], und mit dem zunehmenden Alter [65 (54–72) Jahre versus 55 (44–61) Jahre für IgA; p = 0,04 and 69 (59–74) Jahre versus 53 (43–61) Jahre für IgG; p = 0,0001]. Eine Rituximab Therapie bei Patienten mit B-NHL hatte keine Auswirkung auf die folgende Inzidenz erniedrigter IgA Konzentrationen.

Schlussfolgerungen: Erniedrigte IgA und IgG Spiegel sind ein wesentlicher Faktor zur Erklärung der niedrigen Detektionsrate beim serologischen Screening auf Zöliakie bei Patienten mit einem Lymphom in der Anamnese.

Karel Balihar, Jana Kozeluhova, Vaclav Hejda, Michal Krcma, Daniel Lysak, Jitka Gorcikova, Ondrej Hes, Martin Matejovic, Wiener klinische Wochenschrift 21/22/2013

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