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Endokrinologie 21. Jänner 2013

Hormone im Doppelpack gegen Fettpolster und Diabetes

Das Zusammenspiel der Hormone Glukagon und Fibroblastenwachstumsfaktor 21 (FGF21) reguliert entscheidend den Fettstoffwechsel und das Körpergewicht.

Durch die gemeinsame Wirkung von Glukagon und FGF21 kommt es zu einer verminderten Nahrungsaufnahme und zu einer erhöhten Fettverbrennung, daher gelten diese Botenstoffe als vielversprechende Kandidaten für die Behandlung von Übergewicht und Typ-2-Diabetes.

Dies fanden Wissenschaftler des Instituts für Diabetes und Adipositas (IDO) am Helmholtz Zentrum München in Kooperation mit dem Metabolic Diseases Institute der Universität Cincinnati, USA, heraus.

Glukagon vermittelt als Hungerhormon einen Abbau der Energiereserven des Körpers. Erstmals wurde nun festgestellt, dass für diese Wirkung das unmittelbare Zusammenspiel mit dem Botenstoff FGF21 erforderlich ist.

In einem Mausmodell untersuchte das Team die Langzeitwirkung von Glukagon. Es zeigten sich eine verminderte Nahrungsaufnahme, erhöhte Fettverbrennung und sinkende Cholesterinspiegel. Gleichzeitig wurde dabei das Hormons FGF21 deutlich vermehrt ausgeschüttet, dieser Effekt ließ sich auch beim Menschen nachweisen. Fehlte den Tieren FGF21 durch einen genetischen Defekt, verlor Glukagon seine positiven Stoffwechseleigenschaften. „Unsere Ergebnisse zeigen, dass FGF21 für die von Glukagon vermittelten Wirkungen auf die Fettverbrennung und den Cholesterinspiegel essenziell ist“, so Dr. Kirk Habegger vom Metabolic Disease Institute, Cincinatti, USA, der Erstautor der Studie.

Zusätzlicher Nutzen

Dr. Kerstin Stemmer, Ko-Autorin und Leiterin der Arbeitsgruppe für Krebs- und Stoffwechselforschung am Helmholtz Zentrum München, weist auf einen zusätzlichen Nutzen der Erkenntnisse hin, da der FGF21-Signalweg auch ein möglicher Ansatzpunkt für neue Therapiekonzepte bei Glukagon-produzierenden Tumoren ist.

Signalweg geklärt

Bereits frühere Ergebnisse der Arbeitsgruppen hatten gezeigt, dass Fusionshormone aus Glukagon und Glukagon-ähnlichen Peptiden (z. B. GLP-1) ein bedeutendes Potenzial zur Behandlung von Fettleibigkeit und Diabetes mellitus haben.

Bislang war unbekannt, durch welchen Signalweg Glukagon helfen kann, Fettpolster so eindrücklich zum Schmelzen zu bringen. Nunmehr ist klar, dass der Wachstumsfaktor FGF21 ganz entscheidend daran beteiligt ist.

In weiteren Studien sollen nun die Details des hormonellen Zusammenwirkens erforscht werden, um eine konkrete Anwendbarkeit zur Behandlung von Stoffwechselerkrankungen zu prüfen.

Original-Publikation:

Habegger et al.: Diabetes 2013; DOI:10.2337/db12-1116

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