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Dr. Bianca Itariu Klinische Abteilung für Endokrinologie und Stoffwechsel, MedUni Wien

 
Endokrinologie 16. Dezember 2012

Omega-3 reduzieren Fettgewebs- Remodeling bei Adipositas

Die Reduktion der Entzündungs-, Hypoxie- und Fibrosemarkerexpression könnte das pathologische Fettgewebs-Remodeling verhindern.

Omega-3 Fettsäuren reduzieren die Hypoxiemarkerexpression im Fettgewebe, womit ihre antientzündliche Wirkung auch auf der Reduktion der Fettgewebshypoxie und der Verschiebung der Makrophagenpolarisierung beruhen könnte. Dies wird durch die Korrelation zwischen Hypoxie- und M1-Makrophagenmarkern unterstrichen, wie Dr. Bianca Itariu, von der Klinischen Abteilung für Endokrinologie und Stoffwechsel an der Medizinischen Universität Wien auf der Österreichischen Diabetes Tagung in Salzburg berichtete.

Übermäßige Energiezufuhr führt zu Adipositas. Durch die Vergrößerung der Fettzellen entsteht ein partieller Sauerstoffmangel (Hypoxie) im Fettgewebe. Die Hypoxie ist auf molekularer Ebene durch eine höhere Expression des HIF-1-Alpha-Gens charakterisiert und steigert die Expression von entzündlichen Genen wie das Interleukin, aber auch von Fibrose-Markern, wie TGF Beta und Kollagen.

Chronische Entzündung

Adipositas führt zu einer chronischen Fettgewebsentzündung mit Einwanderung von Makrophagen. Dabei handelt es sich vorwiegend um pro-inflammatorische M1 Makrophagen und weniger um reparatorische M2 Makrophagen. Die Hypoxie verändert die Polarisierung von Fettgewebsmakrophagen hin zu den pro-inflammatorischen M1 Makrophagen. Letztendlich korrelieren Fibrose und Fettgewebsentzündung mit Insulinresistenz.

Sowohl aufgrund von Tierversuchen als auch beim Menschen konnte gezeigt werden, dass eine Behandlung mit langkettigen Omega-3-Fettsäuren bei Adipositas im Fettgewebe die Expression entzündlicher Gene reduzieren.

Einfluss von Omega 3 Fettsäuren auf das Fettgewebe

Ziel einer randomisierten, kontrollierten klinischen Studie mit 49 hochgradig adipösen nicht-diabetischen Patienten (BMI ›40 kg/m2) war es, einen möglichen Einfluss von Omega-3-Fettsäuren auf Fettgewebshypoxie und Fettgewebs-Remodeling zu untersuchen.

Die Behandlung erfolgte mit 3,4 g/d hochgereinigten, langkettigen Omega-3-Fettsäuren aus Fischöl (EPA und DHA) oder mit Butterfett als Kontrolle – über acht Wochen. Am Ende der Behandlung wurden Fettgewebsproben von allen Patienten während eines elektiven bariatrischen Eingriffs entnommen und die Fettgewebsexpression von Hypoxie- Markern, Fibrose- und Makrophagenmarkern bestimmt.

Die Ergebnisse waren eindeutig: Die Genexpression war nach der Behandlung mit Omega-Fettsäuren reduziert und korrelierte negativ mit dem antientzündlichen Fettsäureindex. Weiters ergab die Analyse der Makrophagenmarker eine Verminderung der pro-inflammatorischen M1-Makrophen im subkutanen Fettgewebe durch Omega 3-Fettsäuren. Die Expression des pro-inflammatorischen Makrophagenmarkers CD40 korrelierte nach Behandlung in beiden Gruppen signifikant mit dem Hypoxiemarker. Auch die Expression von Fibrosemarkern Kollagen war vermindert.

Demnach können Omega-3 Fettsäuren nicht nur die Entzündungsreaktion, sondern auch die Hypoxie und das Remodeling im Fettgewebe bei Adipositas hintan halten.

Literatur: Itariu et al., 2012 , Am J Clin Nutr 96(5) :1137-1149

Quelle: Vortrag von Dr. Bianca Itariu bei der ÖDG-Jahrestagung am Donnerstag, den 15. November 2012.

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