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Endokrinologie 6. August 2012

Botox könnte gegen Riesenwuchs helfen

Nervengift kann Wachstum zügeln.

Mit dem Nervengift Botulinumtoxin, kurz Botox genannt, lassen sich nicht nur Gesichtsfalten glätten. Genfer Wissenschafter haben herausgefunden, dass es auch das Wachstum zügeln kann. Sie hoffen, dass sie damit einst Menschen mit Riesenwuchs behandeln können.

Der Schauspieler Richard Kiel, bekannt als "Beisser" aus den James Bond-Filmen, ist wohl ihr berühmtester Vertreter: Bei Menschen mit der Krankheit Akromegalie produziert das Gehirn zu viele Wachstumshormone, weshalb ihre Knochen und Gewebe übermäßig wachsen. Oft leiden Betroffene an Herzkrankheiten oder Diabetes. Meist ist ein gutartiger Tumor in der Hirnanhangsdrüse die Ursache, aber nicht alle können operiert werden.

Also war die Überlegung am Universitätsspital Genf: Wenn das Anti- Faltenmittel Botox Gesichtsnerven lähmen kann, warum nicht auch überaktive Hormon-produzierende Zellen? Das Team um den Pädiater Emmanuel Somm kombinierte  Botox mit verschiedenen Eiweißbausteinen, damit die entstandene Substanz ganz spezifisch auf die Hormon-abgebenden Zellen einwirken würde.

Tatsächlich stoppte das so entstandene Eiweiß bei Ratten die Produktion und die Absonderung des Wachstumshormons, wie die Forscher nun im Fachblatt "Journal of Clinical Investigation" berichten. Entsprechend waren auch der Körper, die Organe und die Knochen der Tiere kleiner und leichter als bei unbehandelten Artgenossen.

Diese Ergebnisse zeigten, dass das Nervengift Botox auch andere Zelltypen als Nervenzellen beeinflussen kann. Die Resultate liefern Grund zur Hoffnung, dass mit solchen Substanzen auf Botox-Basis einst ganz gezielt die Hormonüberproduktion bei Menschen mit Akromegalie, aber auch anderen Hormonstörungen, gezügelt werden kann.

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