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Endokrinologie 1. Juni 2011

Rekrutierung von Diabetes Mellitus Typ 2 PatientInnen für ein zielgruppenspezifisches Bewegungsprogramm in einer Universitätsambulanz. Eine Faktorenanalyse

Im Rahmen des Projektes "Aktiv-Bewegt" wurde untersucht, inwieweit sich eine Diabetesambulanz für die Information von zielgruppenspezifischen Bewegungsangeboten eignete. In der Diabetesambulanz des Allgemeinen Krankenhauses Wien wurden 104 Personen (44 Frauen, 60 Männer; Alter: 62,38 ± 13,69 Jahre) bezüglich ihres Interesses an einem Bewegungsprogramm befragt. Zusätzlich wurde erfasst, wie viele auch tatsächlich daran teilnahmen. Die zielgruppenspezifischen Bewegungsangebote setzten sich aus einem Herz-Kreislauftraining, der Kräftigung der Muskulatur und der Förderung der Flexibilität zusammen. Durchgeführt wurden sie in 1100 und 1130 Wien. Knapp die Hälfte der befragten Personen (43 %) hatte Interesse und schlussendlich haben 23 % auch tatsächlich am Bewegungsprogramm teilgenommen. Ein junges Lebensalter (p = 0,034) und eine gute wirtschaftliche Lage (p = 0,046) wirkten sich positiv auf die Teilnahme am Bewegungsprogramm aus. Geschlechterspezifische Unterschiede waren insofern gegeben, dass mehr Frauen als Männer Interesse zeigten. Während 3 von 10 befragten Frauen teilnahmen, nutze nur 1 von 10 Männern das Bewegungsprogramm. Die Ergebnisse zeigten, dass eine Diabetesambulanz ein geeigneter Ort für die Information eines zielgruppenspezifischen Bewegungsangebotes ist. Das auf 2 Bezirke eingeschränkte Angebot stellte mit großer Wahrscheinlichkeit eine Hürde für weitere Interessentinnen und Interessenten dar. Neben der Nähe zum Wohnort spielen aber insbesondere in einer Großstadt wie Wien auch andere Faktoren wie z.B. die Anbindung an den öffentlichen Verkehr oder der Arbeitsplatz eine wichtige Rolle in der Nutzung von Bewegungsprogrammen. Trotz geringer lokaler Verbreitung von zielgruppenspezifischen Bewegungsangeboten ist die Anzahl der Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit 23 % der befragten Personen zufriedenstellend. Somit ist die Forderung nach einem Ausbau dieser Bewegungsangebote auch in anderen Bezirken gut argumentierbar.

Christian Lackinger, Thomas Lamprecht, Yvonne Winhofer, Lana Kosi, Alexandra Kautzky-Willer, Wiener klinische Wochenschrift 11/12/2011

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