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Lipidtherapie in der Praxis – Was kann man, muss man, soll man? Sinzinger, Helmut; Derfler, Kurt 88 Seiten, € 41,00 UNI-MED, 200 ISBN 9783837410037
 
Endokrinologie 17. August 2010

Lipidtherapie

Aktueller Wissensstand über metabolische Störungen zusammengefasst.

Zu viel Fett in der Nahrung landet letztlich in den Gefäßwänden. Atherosklerose ist eine multifaktoriell bedingte Erkrankung, bei der sowohl genetische als auch exogene Faktoren eine Rolle spielen. Mehr als die Hälfte der europäischen Bevölkerung ist davon betroffen.

 

Erfahrene Ärzte auf dem Gebiet der Lipidforschung und Lipidtherapie haben versucht, dem in der Praxis tätigen Arzt auf der Basis des aktuellen Wissensstands einen Leitfaden für die Behandlung der Patienten zu geben: Lipidtherapie in der Praxis – was kann man, muss man, soll man? Der Titel des Buchs hält, was er verspricht, und das in übersichtlicher Form.

„Ein Nachschlagwerk für alle Probleme im Umgang mit Stoffwechselstörungen wie Ernährung, Risikofaktoren, Lebensstil, Therapie und Tipps“, erklärt Prof. Dr. Helmut Sinzinger vom Institut zur Diagnose und Therapie von Atherosklerose und Stoffwechselstörungen, MedUni Wien, der mit Koautor Prof. Dr. Kurt Derfler, Universitätsklinik für Innere Medizin III, MedUni Wien, und Mitarbeitern das Buch zusammengestellt hat. Der Inhalt spannt einen weiten Bogen über Risikofaktoren, Screening, Diagnose, Zielparameter bis zu nicht-pharmakologischer und pharmakologischer Therapie.

Risikoangepasste Therapie

Ausführlich wird die Beurteilung der Risikofaktoren erläutert: nicht beeinflussbare wie positive Familienanamnese, Geschlecht und Alter; beeinflussbare auf Grund des Lebensstils, wie angegessenes, bauchbetontes Übergewicht, das unterschätzte Vorstadium zum „tödlichen Quartett“, dem Metabolischen Syndrom. „Ein erhöhtes Gesamtcholesterin von 225mg/dl ist massenstrategisch bedeutend, weil es die Masse der Bevölkerung betrifft, während ein CH von 300 mg/dl mit einem extrem hohen individuellen Risiko assoziiert ist, massenstrategisch aber untergeordnete Bedeutung hat“, erklärt Sinzinger. Dementsprechend werden auch risikoangepasste Therapien vorgestellt.

Wertvolle Informationen bietet das Buch auch für Patienten, wie etwa die verschiedenen Berechnungen des Übergewichts, Ernährungsvorschläge, dosiertes Ausdauertraining, Blutdruckkontrolle. Hyperlipidämie, Zigarettenrauchen, Bluthochdruck und Zuckerkrankheit sind jedenfalls die Hauptrisikofaktoren für Atherosklerose. Dennoch können sie das Auftreten mancher Gefäßerkrankungen allein nicht erklären. Daher gibt es große Anstrengungen, neue Marker zu identifizieren, die Auftreten und Progression von Gefäßerkrankungen besser und gezielter vorhersagen können. Merke: Ein Prozent weniger gesättigte Fette = Cholesterin im Blut: – 3 mg/dl

Wichtig: Lipid- und nicht die Zuckersenkung vermindert das Gefäßrisiko bei Diabetikern.

Von Dr. Gerta Niebauer, Ärzte Woche 29 /2010

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