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Foto: Buenos Dias/photos.com
Seitlich gewachsene Brüste sind nicht bloß ein kosmetisches Problem.
 
Endokrinologie 3. November 2009

Kasse zahlt OP für Transsexuellen

Durch Hormonbehandlung sind Brüste zur Seite gewachsen – ein Gutachten erklärt diese Fehlstellung als gesundheitsgefährdend.

Ein transsexueller Brite erhält auf Kosten der Krankenkasse nun doch eine Brustoperation, nachdem er beim Sozialgericht Hannover geklagt hatte. Spiegel Online berichtete, dass die Deutsche Angestellten Krankenkasse aufgrund eines Gutachtens den 6.000 Euro teuren Eingriff zahlen werde.

 

Durch eine Hormonbehandlung für die Geschlechtsumwandlung waren einem britischen Ex-Soldaten, der früher mit einer Deutschen verheiratet war und seit Jahren in Deutschland lebt, die Brüste zur Seite gewachsen. Nur eine Operation konnte diese Fehlstellung korrigieren. Da die Deutsche Angestellten Krankenkasse (DAK) von einer Schönheitsoperation ausging, hatte sie die Kostenübernahme zunächst abgelehnt. Der Ex-Soldat, der seit einigen Jahren als Frau lebt, zog daraufhin vor das Sozialgericht Hannover. Dort wurde entschieden, dass ein Gutachten klären sollte, ob der Eingriff kosmetischer Natur ist oder dazu dient, eine körperliche Entstellung zu beheben.

Für das Gutachten, das vom Medizinischen Dienst der Krankenversicherung erstellt wurde, seien dieselben Kriterien wie bei einer genetischen Frau angelegt worden. Die Untersuchung hatte ergeben, dass tatsächlich eine Fehlstellung der Brüste vorlag und somit eine Gesundheitsgefährdung, die operiert gehörte. Die Kasse wird nun dieser Empfehlung Folge leisten und die Kosten der Operation übernehmen.

Sozialgericht: Calenberger Esplanade 8, Hannover

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