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Diabetologie 15. Mai 2008

Inselgene unter der Lupe

Eine internationale Zusammenarbeit durchleuchtete die Ursachen des Typ-2-Diabetes mithilfe einer Meta-Analyse und publizierte jüngst die Ergebnisse in Nature Genetics (doi:10.1038/ng.120). Die Resultate des DIAGRAM (DIAbetes Genetics Replication And Meta-analysis)-Konsortiums, an dem 98 Wissenschaftler aus über 40 Zentren beteiligt waren, bestätigen voran gegangene Untersuchungen und belegen, dass die Krankheit auf einer Funktionsstörung der Insulin-produzierenden Betazellen in der Bauchspeicheldrüse basiert. So weit, so bekannt, aber die Forscher ergründeten diese „alten“ Erkenntnisse auf genetischer biomolekularer Ebene und identifizierten sechs neue Genregionen, die das Typ-2-Diabetes-Risiko beeinflussen. Drei davon könnten die frühe Entwicklung der Bauchspeicheldrüse und insbesondere der Insulin-produzierenden Betazellen betreffen. Zwei andere Genloci spielen wahrscheinlich eine Rolle in der Regulation der Zellteilung und des Zelltodes in diversen Geweben.
Somit erhöht sich die Anzahl jener Genregionen, die mit der Ursache von Diabetes Typ 2 in Zusammenhang gebracht werden auf 16.
Die Meta-Analyse wertete Daten von europäischen und amerikanischen Studien mit einer Gesamtstudienpopulation von über 60.000 Personen aus.
In weiteren Studien müssen diese Genregionen nun genauer charakterisiert und die für die Erkrankung kausalen Genvarianten identifiziert werden. Diese Erkenntnisse könnten tiefere Einblicke in die Mechanismen der Diabetesentstehung liefern und weitere Behandlungsmöglichkeiten eröffnen. Inwiefern die bislang erhobenen Daten für die Bestimmung des individuellen Diabetesrisikos in der klinischen Praxis relevant sind, ist allerdings schwer abzuschätzen.

Quelle: Eleftheria Zeggini et al.: Meta-analysis of genome-wide association data and large-scale replication identifies additional susceptibility loci for type 2 diabetes. Nature Genetics, published online: 30 March 2008 (doi:10.1038/ng.120).

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