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Diabetologie 12. September 2007

Diabetes nach Herzinfarkt

Herzinfarkt-Patienten haben ein höheres Risiko, eine gestörte Glukosetoleranz oder Diabetes zu entwickeln. Wissenschaftler der Universität Harvard, USA, und Forscher vom Consorzio Mario Negri Sud, Italien, untersuchten 8.291 italienische Patienten, die innerhalb der letzten drei Monate einen Herzinfarkt hatten und bislang nicht an Diabetes erkrankt waren.
Die Häufigkeit von Diabetes-Neuerkrankungen und gestörter Glukosetoleranz wurde dann dreieinhalb Jahre lang im Halbjahresrhythmus untersucht (Lancet 2007;370:667-675). BMI und andere Risikofaktoren, Ernährungsgewohnheiten sowie Medikamentenregime wurden bei jeder der Nachuntersuchungen aktualisiert. Jeder Patient wurde über seinen Konsum von Gemüse, Früchten, Fisch und Olivenöl in einen mediterranen Diätindex eingeordnet – von sehr mediterran bis gar nicht mediterran.
Ein Drittel der Patienten mit nur kurz zurückliegendem Herzinfarkt entwickelte im Laufe der Nachuntersuchungszeit entweder Diabetes oder zumindest eine gestörte Glukosetoleranz. Die Wahrscheinlichkeit, dass einer der Infarktpatienten zuckerkrank wurde, war viereinhalb mal höher als die der Normalbevölkerung. Und das Risiko, eine gestörte Glukosetoleranz zu entwickeln, war bei den Herzkranken sogar 15-mal höher.
Hohes Alter, hoher Blutdruck, Medikation mit Beta-Blockern, Choles­terinsenkern und Diuretika erhöhten das Diabetesrisiko ebenso wie hoher BMI vor Untersuchungsbeginn oder Gewichtszunahme, Rauchen (Risikozunahme um sechzig Prozent), nicht-mediterrane Lebensweise und mehr als ein Liter Wein pro Tag.
Die Studienautoren erklären, dass somit der Myokardinfarkt ein Prä-Diabetes-Risikoäquivalent darstellen könnte. Nach dem einschneidenden Erlebnis eines Infarktes sei der Patient möglicherweise eher zu Ernährungsumstellung, Raucher­entwöhnung und Gewichtskontrolle zu motivieren.

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