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Über die auslösenden Faktoren und die pathophysiologischen Vorgänge bei Typ-1-Diabetes ist noch zu wenig bekannt.
 
Diabetologie 15. März 2016

Innodia-Netzwerk gegen Diabetes mit Grazer Beteiligung

Eine Reihe neuer klinischer Studien und die Arbeit mit Krankheitsverlaufsmodellen sollen dazu beitragen, Diabetes-Typ-1 auf zellulärer und molekularer Ebene besser zu verstehen.

Bei dem Innodia-Netzwerk sind insgesamt 33 Partnerinstitutionen weltweit beteiligt, darunter Universitäten, Wirtschaftspartner und Patientenverbände. Dabei wird der gemeinsame Fokus auf die intensive Erforschung von Diabetes-Typ-1 gelegt.

Rund zehn Prozent der Weltbevölkerung sind aktuellen Schätzungen zufolge von Diabetes betroffen. Kann die Bauchspeicheldrüse den Körper gar nicht oder nur unzureichend mit Insulin versorgen, spricht man von Diabetes-mellitus-Typ-1, wobei rund 17 Millionen Menschen weltweit an dieser Ausprägung des Diabetes leiden.

Das neu gebildete internationale Forschungsnetzwerk Innodia möchte Therapieoptionen zur Vorbeugung und Heilung von Typ-1-Diabetes weiterentwickeln und ausbauen. Beteiligt ist die MedUni Graz, genauer gesagt die Klinische Abteilung für Endokrinologie und Diabetologie unter der Leitung von Prof. Dr. Thomas Pieber als einzige österreichische Vertreterin neben vielen Institutionen wie der University of Cambridge oder dem King’s College London.

Insgesamt 33 Partnerinstitutionen weltweit, darunter Universitäten, Wirtschaftspartner und Patientenverbände, legen den Fokus nun gemeinsam auf die intensive Erforschung dieser Stoffwechselerkrankung. Das Gesamtbudget des Projektes beläuft sich auf 36,5 Millionen Euro, das Projekt ist auf eine Laufzeit von sieben Jahren ausgelegt.

Obwohl die Entwicklung neuer Therapieoptionen von Diabetes-Typ-1 voranschreitet und die Lebensqualität für die Betroffenen immer weiter verbessert werden kann, ist noch immer relativ wenig über die auslösenden Faktoren und die pathophysiologischen Vorgänge, die mit der Erkrankung assoziiert sind, bekannt.

„Der Ausbau der Biomarkerforschung wird auch im Projekt Innodia eine tragende Rolle spielen“, sagt Pieber. Auf diesem Gebiet sollen die Experten der MedUni Graz etwas beitragen, befindet sich am Standort doch das K1 Kompetenzzentrum CBmed, ein Mekka der systematischen Biomarkerforschung in der Medizin.

Eine Reihe neuer klinischer Studien und die Arbeit mit Krankheitsverlaufsmodellen sollen beitragen, Diabetes-Typ-1 auf zellulärer und molekularer Ebene besser verstehen zu lernen, um zukünftig Therapielösungen zur Prävention oder gar Heilung dieser Erkrankung finden zu können. Dabei sollen sich Projekte aus der Grundlagenforschung und der klinischen Forschung symbiotisch ergänzen.

An der MedUni Graz wird eine europaweit einheitliche Kohorte rekrutiert, um den Krankheitsverlauf von Diabetes-Typ-1 normiert zu studieren. Die Kohorte soll aus Menschen bestehen, die erst kürzlich an Diabetes-Typ-1 erkrankt sind. Auch Familienmitglieder der Patienten werden als Risikogruppe in die Kohorte miteinbezogen.

„Ein wesentlicher Grazer Projektbeitrag liegt in der Analyse bzw. in der Erprobung neuer Verfahren, welche eine Heilung von Diabetes-Typ-1 versprechen bzw. helfen, die Krankheit langfristig zu verhindern“, blickt Pieber in die Zukunft. Die Langzeitausrichtung von Innodia ist die Einrichtung eines nationalen Zentrums für Diabetes-Typ-1 an der Endokrinologie und Diabetologie in Graz.

MN/MedUni Graz, Ärzte Woche 11/2016

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