zur Navigation zum Inhalt
© chromorange/picture alliance
 
Diabetologie 13. Jänner 2016

Gegessen wird daheim

Hausmannskost schützt vor Diabetes.

Selbst zubereitete und zuhause verzehrte Mahlzeiten schützen vor der Entwicklung von Übergewicht und Diabetes, berichten Autoren aus Boston.

Die Forscher haben Daten von annähernd 100.000 im Gesundheitswesen Beschäftigen ausgewertet, die bis zu 36 Jahre lang nachverfolgt wurden. Sie fanden dabei eine lineare Beziehung zwischen nicht selbst zubereiteten Mahlzeiten und dem Diabetes-Risiko. Seit Jahrzehnten gebe es einen Trend zu kommerziell vorgefertigten Fertiggerichten niedriger Qualität.

Wer 11 bis 14 Mahlzeiten pro Woche zuhause aß, hatte ein um 13 Prozent geringeres Risiko als Personen, die 0 bis 6-mal pro Woche zuhause speisten. Die Autoren berichten, dass Abendessen außer Haus das Diabetesrisiko besonders deutlich erhöhten. Personen, die viele Mahlzeiten selbst zubereiteten, verzehrten mehr Obst, Gemüse, Vollkornprodukte und rotes Fleisch.

Bei der Therapie des Typ-2-Diabetes spielt die Ernährung eine wichtige Rolle. Von der europäischen wie auch der deutschen Diabetes-Gesellschaft wird eine fettreduzierte, ausgewogene Mischkost empfohlen. Kohlenhydrate (KH) haben den stärksten Einfluss auf den Blutzuckerspiegelanstieg nach dem Essen, wobei nicht nur die Menge, sondern auch die Art der KH eine Rolle spielen.

Für den postprandialen Blutzuckerverlauf ist darüber hinaus die Kombination mit Fett, Eiweiß und Ballaststoffen von Bedeutung. Bei üblichen gemischten Mahlzeiten kann damit die Blutzuckerwirksamkeit von normalerweise schnell resorbierbaren Ein- und Zweifachzuckern erheblich verlangsamt werden („glykämischer Index“). Eine Verringerung der KH-Menge insgesamt („glykämische Last“) kann den Blutzuckerverlauf günstig beeinflussen, und es ist auch ein Abfall der Serumtriglyzeride zu beobachten.

springermedizin.de, Ärzte Woche 1/2/2016

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben