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© Anka Agency International/picture alliance
Manche Nahrungsmittel führen dem Körper nicht nur zuviel Energie zu, sondern wirken sich auch nachteilig auf die Darmbakterien aus.
 
Diabetologie 14. Dezember 2015

Adipositas im Fokus

Mikrobiom und Genetik geben den Ausschlag

Auf der Suche nach Ursachen für Stoffwechselkrankheiten wie Adipositas und Diabetes hat ein Team aus Forschern des Helmholtz Zentrums München und US-Kollegen ein ganzes Netzwerk an Einflussfaktoren aufgedeckt. Außer Ernährung, Umwelt und Genetik ist auch die Zusammensetzung der Darmkeime wichtig. Bei Stoffwechselkranken sollte noch mehr auf individualisierte Therapieansätze gesetzt werden, appellieren Forscher.

„Unsere Ergebnisse bestätigen, dass das Darm-Mikrobiom sehr leicht durch die Nahrung und Umgebung beeinflusst werden kann“, so Dr. Siegfried Ussar vom Institut für Diabetes und Adipositas des Helmholtz Zentrum München. „Die Auswirkungen dieser Veränderungen auf den Organismus hängen jedoch stark von den genetischen Voraussetzungen des Einzelnen ab.“ Daher sollte bei Stoffwechselerkrankungen in Zukunft noch mehr auf individualisierte Therapieansätze gesetzt werden, um den besten therapeutischen Erfolg zu erzielen.

Aktuelle Projekte untersuchen die Möglichkeiten, durch den Transfer von Darm-Bakterien die Adipositas positiv zu beeinflussen. Bereits zuvor hatte man erkannt, dass sich das Darm-Mikrobiom bei schlanken und adipösen Personen unterscheidet. Aktuelle Studien sollen klären, ob sich ein Transfer bestimmter Darm-Bakterien positiv auf metabolische Krankheiten auswirkt. „Unsere Erkenntnisse legen nahe, dabei den Fokus stärker auf den individuellen genetischen Hintergrund des Empfängers zu richten“, so Ussar.

Stoffwechsel-Eigenschaften

Für die Experimente wurden Tiermodelle aus unterschiedlicher Haltung und mit unterschiedlich genetisch vorprogrammierten Stoffwechsel-Eigenschaften, etwa Adipositas, genutzt. Diese Exemplare wurden mit solchen verglichen, die über mehrere Generationen im Joslin Diabetes Center im US-amerikanischen Boston gehalten wurden. „Interessanterweise führte veränderte Nahrung und Umgebung bei einer bestimmten genetischen Ausgangslage zu einem Rückgang des Übergewichts“, so Ussar. „Ist der genetische Hintergrund allerdings ein anderer, spielt die neue Umgebung keine Rolle mehr.“

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